Kärnten von

Fünfjährige gefunden

Kleine Franca unversehrt von Radfahrer aufgelesen - sie hatte sich verlaufen

Eine Bild des vermissten Mädchens. © Bild: APA/Polizei

Die vermisste fünfjährige Franka, die seit Montagnachmittag abgängig war, ist unversehrt gefunden worden. Zwei Radfahrern haben das Kind rund drei Kilometer vom Ort seines Verschwindens entfernt auf dem Gailtalradweg bei Nötsch (Bezirk Villach-Land) aufgelesen, nachdem sich das Mädchen verlaufen hatte.

Zwei Radfahrer, zufällig an der Stelle unterwegs und keine Beteiligten der Suchaktion, sahen das kleine Mädchen, das offensichtlich allein auf dem Gailtalradweg unterwegs war, und sprachen es an. Die Fünfjährige nannte daraufhin ihren Namen. Die Männer verständigte die Nötscher Polizei, die sofort eine Streife vorbeischickte. Die Beamten identifizierten das Mädchen und brachten es sowie den Radfahrer in die Wachstube.

Am Heimweg verlaufen

Die Befragung der kleinen Franca, die nach über 24-stündiger Abgängigkeit am Dienstagabend unversehrt gefunden wurde, hat laut Polizei ergeben, dass das Kind alleine nach Hause gehen wollte, nachdem sich sein Großvater beim Spazierengehen kurz entfernt hatte. Am Heimweg verlief sich das Mädchen allerdings. Zwei Ärzte haben Franca laut Polizei mittlerweile untersucht. Es liegen keine Verletzungen vor, auch ein Trauma könne ausgeschlossen werden.

Hose abgelegt

Franca wurde von zwei Radfahrern - die Polizei korrigierte erste Angaben, wonach es nur einer gewesen sei - am Gailtalradweg gefunden. Das Mädchen hatte keine Hose und keine Sandalen mehr an. Es erklärte, es habe sich in die Hose gemacht und die feuchten Kleidungsstücke daraufhin abgelegt. Für die Polizei sind diese Angaben absolut glaubwürdig, sagte Sprecher Michael Masaniger gegenüber der APA. Das Kind habe am Abend bereits wieder gegessen und angekündigt, die folgende Nacht bei seiner Mama im Bett verbringen zu wollen.

Wie die Kleine die Zeit ihrer Abgängigkeit genau verbrachte, ist noch nicht ganz klar. Franca erzählte jedoch, dass sie dachte, der Großvater sei schon gegangen. Deshalb machte sie sich selbstständig auf den Heimweg, bog aber falsch ab. Eine gewisse Zeit dürfte das Mädchen in der Nähe des Elternhauses eines Kindergartenfreundes verbracht haben. Bemerkbar gemacht hat es sich aber nicht. Bei ihren Orientierungsversuchen entdeckte Franca schließlich das Bachbett der Gail und näherte sich ihr. Rund vier Kilometer vom Ort ihres Verschwindens entfernt wurde sie dort von zwei Radfahrern gefunden. Bei ihnen handelt es sich um einen 47 Jahre alten technischen Angestellten und einen 23-jährigen Studenten aus einem Nachbarort.

Freude der Mutter kannte keine Grenzen

Die Freude der Mutter kannte bei der Nachricht, dass ihr Kind unverletzt gefunden wurde, keine Grenzen. Der Einsatzleiter der Polizei, Ehrenfried Zarfl, sagte gegenüber der APA, sie sei in Tränen ausgebrochen und habe sich bei allen Helfern herzlich bedankt.

Wanderer halfen bei Suche mit

Während der Suche und der Ungewissheit, ob das Kind unversehrt gefunden werden könne, hatte ein fühlbarer Schatten auf der kleinen Gemeinde am Südfuß des Dobratsch gelegen. Im Dorf herrschte zugleich Normalität und Ausnahmezustand. Während die einen ihr Leergebinde zurückbrachten oder Hecken stutzten, saßen an der nächsten Ecke die Leute vor ihrem Haus und starrten ins Leere. Einige Wanderer waren auf dem Weg, um sich an der Suchaktion zu beteiligen.

Franca war zuletzt in der Nähe eines Schlosses bei einem Fischteich gesehen worden. Dort herrschte während der Suchaktion ungewohnter Betrieb. Dutzende Einsatzfahrzeuge verstellten die Zufahrt, eine Wiese war extra zum Parkplatz umfunktioniert worden. Im Schloss hatte die Polizei ihre Einsatzzentrale eingerichtet. Die Gemeinde hatte für die Einsatzkräfte, die sich in Suchpausen auf dem Schlosshof stärkten, Getränke und Wurstsemmeln bereitgestellt.

Bei einer Pressekonferenz am Nachmittag im Schloss hieß es noch, dass die Suchaktion auf alle Fälle und bei jedem Wetter fortgesetzt würde. 100 Bundesheer-Pioniere waren noch am Abend angerückt, um die rund 200 Frauen und Männer, die in Suchtrupps das unwegsame Gelände durchkämmten, abzulösen und ihnen eine Regenerationspause zu verschaffen.Nun konnte die Suche nun eingestellt werden.

Opa ging ein paar Schritte voraus

Der 78 Jahre alte Großvater war am Montagnachmittag mit seiner Enkelin im Bereich der Fischteiche eines Schlosses spazieren gegangen. Er wollte gegen 18.00 Uhr nach Hause, das Mädchen nicht. Also ging er ein paar Schritte voraus, in der Hoffnung, das Kind so zum Einlenken zu bewegen. Als es nicht kam, suchte er es, konnte die Fünfjährige aber nicht mehr finden. Gemeinsam mit der Mutter suchte der Pensionist noch eine halbe Stunde nach dem Mädchen - ohne Erfolg. Dann wurde die Polizei verständigt. Als eine örtliche Fahndung mehrerer Polizeistreifen erfolglos blieb, wurde die Suchaktion gestartet.

Kommentare

Ich freu mich so unglaublich für diese familie!!! Ich hab gestern auf dem weg zur arbeit das erste mal davon gehört und hatte echt wenig hoffnung!

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