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Kältewelle: Zahl der
Todesopfer in Europa gestiegen

Zwei irakische Flüchtlinge starben durch Kohlenmonoxid-Vergiftung in Bulgarien

Die Zahl der Toten durch die jüngste Kältewelle in Europa ist auf mindestens 65 gestiegen. Im Süden Bulgariens starben während eines Schneesturms am Dienstag zwei irakische Flüchtlinge an Kohlenmonoxid-Vergiftungen, weil ihr Ofen defekt war, wie örtliche Medien am Mittwoch berichteten. Damit kamen bisher in Bulgarien sieben Menschen ums Leben.

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia fiel die Temperatur auf minus 18 Grad. Der Strom- und Gasverbrauch sei auf einen 20-Jahres-Rekord gestiegen, teilte Energieministerin Temenuschka Petkowa mit.

Viele Opfer der Kältewelle in Europa mit extrem eisigen Temperaturen sind Obdachlose. Besonders stark ist Polen betroffen. In einigen Regionen sanken die Temperaturen auf bis zu 20 Grad unter Null.

Caritas bittet um Unterstützung

Die österreichische Caritas hat am Mittwoch um Unterstützung bei der "Überlebenshilfe" für Kälte-Opfer in Österreich und in Europa gebeten. "Wir alle haben die Bilder aus unseren europäischen Nachbarländern gesehen und sind schockiert", sagte Präsident Michael Landau. "Aktuell kampieren rund 1.000 Menschen im Stadtzentrum von Belgrad inmitten von Schnee und Eis. Hier ist Gefahr in Verzug."

Rund 7.000 Menschen, mehr als die Hälfte davon Kinder und Frauen, kämpfen laut Caritas Österreich in Serbien bei "klirrender Kälte ums Überleben". Täglich kommen einige hundert Flüchtlinge und Migranten dazu, die ebenfalls den Weg über die mazedonische, bulgarische oder albanische Grenze genommen haben. Der Großteil sei in dem vollkommen ausgelasteten staatlichen Asyl- und Transitzentren untergebracht, die hygienischen Bedingungen seien teilweise entsetzlich, es gebe Fälle von Fleckfieber. Regierung und Stadtverwaltung seien dabei, am Bahnhof ausharrende Menschen in Lager zu bringen, um zu verhindern, dass sie erfrieren. Denn in vielen Teilen Serbiens herrschten Temperaturen um die minus 28 Grad.

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