Kälte, Schnee und Sonnenschein: Wildes März-Wetter für Meteorologen völlig normal

Ständiges Auf und Ab brachte durchschnittlichen März Experten: "Statistik kann Tatsachen verschleiern"

"Der März 2008 zeigt eindrucksvoll, wie sehr die Statistik manchmal Tatsachen verschleiern kann" - so die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) anlässlich ihrer Monats-Retrospektive. Denn ein ständiges Auf und Ab zwischen kalt und warm ergibt zusammen auch ein Stück Normalität.

Ungewöhnlich warmen Tagen zum Märzbeginn folgte ein erster kurzer Kälterückfall um den 6. Die zweite Dekade brachte wieder überwiegend mildes Wetter, ehe in der Karwoche, zu den Osterfeiertagen und kurz danach ein kräftiger Wintereinbruch erfolgte. Die letzten Tage des Monats präsentierten sich wieder übernormal mild. Aus diesem Verlauf errechnen sich für große Teile Österreichs normale Monatsmitteltemperaturen, wunderte man sich offenbar auch auf der Hohen Warte in Wien.

Etwas kühler mit Abweichungen von minus ein bis minus 0,5 Grad Celsius vom Normalwert wird der März lokal im Westen Österreichs ausfallen. Vom östlichen Oberösterreich bis zum äußersten Osten und Südosten Österreichs war es sogar verbreitet leicht übernormal warm mit Abweichungen von 0,5 bis 1,5 Grad. Die vorläufig absolut höchste Temperatur wurde am 30. März mit 22,4 Grad in Feldkirch erreicht. Am 6. März meldete Seefeld den, von den höchsten Gipfeln abgesehen, absolut tiefsten Wert von minus 20,6 Grad.

Die Monatssummen des Niederschlags liegen im Westen nur strichweise, im Osten und Süden aber verbreitet im normalen Bereich mit 75 bis 125 Prozent des 30-jährigen Mittels. Einige wenige Messstellen im Süden und Südosten erreichten bis heute knapp weniger als 75 Prozent des Solls. In den anderen Landesteilen verlief der März meist leicht übernormal nass mit 125 bis 175 Prozent des Normalwertes. Noch größere relative Mengen (bis über 200 Prozent) sind im Tiroler Oberland und im nördlichen Oberösterreich zu finden.

Die Monatssummen aller Neuschneefälle erreichten im März vielfach nicht jene aus Vergleichsmonaten der Vorjahre. Als Beispiele seien Reutte (72 cm Neuschneesumme gegenüber 97 im März 2004), Bad Gastein (60 cm, 2007 100 cm) oder Lilienfeld (46 cm, 2007 60 cm) genannt.

Im Westen und Süden Österreichs wird die Anzahl der Sonnenstunden auch den Normalwert kaum erreichen, in den übrigen Landesteilen höchstens knapp überschreiten. Bis jetzt ist Eisenstadt mit 150 (105 Prozent von normal 143) Stunden die sonnenreichste Landeshauptstadt im März 2008, während Salzburg mit nur 98 (79 Prozent von normal 124) Stunden Schlusslicht ist. Wien erreichte bis Montag früh 141 Sonnenstunden (101 Prozent von normal 139).

(apa/red)