So ein Unsinn! von

Wahr oder falsch?
Fünf Kälte-Mythen

Macht Kälte krank und Alkohol warm? Wir räumen mit den hartnäckigsten Lügen auf.

Ein Mädchen im Schnee © Bild: iStockphoto.com

Der Winter hält Einzug ins Land. Und mit ihm die klirrende Kälte. Wann, wenn nicht jetzt, wäre der beste Zeitpunkt mit alten Mythen rund um die eisigen Außentemperaturen aufzuräumen. Wahr oder falsch? Die hartnäckigsten Kälte-Irrtümer im Check.

Bei Kälte erkälten wir uns

Zugegeben, die Begrifflichkeiten legen die Schlussfolgerung nahe, dass Kälte krank machen kann. Dem ist aber nicht so. Zumindest nicht direkt. Denn Kälte allein reicht noch lange nicht, um uns mit Schnupfen, Husten und Co. für einige Tage außer Gefecht zu setzen. Obgleich sie schon ihren Beitrag zu dem gesundheitlichen Schlamassel leistet. Sie schwächt nämlich unser Immunsystem. Und mit einer schwachen Abwehr fällt es dem Körper nun mal schwerer, etwaigen Virenangriffen zu trotzen.

Mann und Frau im Bett, schneuzend
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Und nicht nur das. Wie Forscher der Universität Yale laut "welt.de" herausgefunden haben, unterstützt Kälte die Verbreitung der Viren auch noch auf andere Weise: Einerseits vermehren sich Erkältungsviren bei niedrigeren Temperaturen schneller. Anderseits fällt es den Zellen einer kalten Nase schwerer, Widerstand zu leisten. Kälte an sich macht also nicht krank, sie schafft aber günstigere Voraussetzungen für die krank machenden Viren.

Über den Kopf verlieren wir am meisten Wärme

Wer keine Haube trägt, ist selber schuld. Denn über den Kopf gibt der menschliche Körper die meiste Wärme ab. Richtig? Falsch! Und das, obwohl diese vermeintliche Weisheit 1970 sogar ins Überlebenshandbuch der US-Armee aufgenommen wurde, wie "welt.de" berichtet. Damals machte man einen Feldversuch mit Soldaten, die man in Polaranzüge steckte. Rundum eingepackt ließ man lediglich ihren Kopf frei - um dann festzustellen, dass über diesen die meiste Wärme abgegeben wurde. Kein Wunder, war er ja auch der einzige Körperteil, der überhaupt Wärme abgeben konnte.

Ein Mädchen im Schnee
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Tatsächlich gilt: Je weiter ein Körperteil vom Rumpf entfernt ist, desto schneller friert es. Und was liegt weiter entfernt als Hände und Füße?! Auch Ohren und Nase sind recht kältegefährdet. Die These, dass wir die meiste Wärme über den Kopf abgeben, ist aber nicht haltbar.

Alkoholische Heißgetränke helfen gegen Kälte

Das stimmt definitiv nicht. Nun gut, wer an einem kalten Wintertag einen heißen Glühwein trinkt, den durchströmt erst mal ein angenehm wohliges Gefühl der Wärme. Hier trügt aber der Schein! Die Sache sieht nämlich folgendermaßen aus: Wenn wir frieren, verengen sich unsere Gefäße. Dadurch werden zwar Hände und Füße weniger gut durchblutet, dafür aber sorgt unser Körper mit dieser Reaktion dafür, dass das Blut nach wie vor gut im Rumpf, in dem alle wichtigen Organe angesiedelt sind, zirkuliert und ihn auf diese Weise warm hält.

Mann und Frau vor dem Kamin mit einer Tasse Punsch in der Hand
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Alkohol wiederum führt dazu, dass sich die Gefäße weiten. Mit der Folge, dass sie wieder besser durchblutet werden und wir Wärme empfinden. Das mag sich zwar angenehm anfühlen, gleichzeitig aber wird über die geweiteten Gefäße mehr Wärme nach außen hin abgegeben. Was schlicht und einfach dazu führt, dass der Körper langsam, aber sicher auskühlt. Daher besser auf Alkohol verzichten und statt dessen auf Bewegung und die richtige Kleidung setzen.

Da hilft nur eines: dick anziehen

Apropos Kleidung: Wer hier lediglich auf Quantität setzt, wird in Sachen Wärme nicht zwingend Erfolg haben. Es kommt nämlich gar nicht so sehr darauf an, wie viele Pullis Sie übereinander anziehen, sondern viel mehr aus welchem Material diese bestehen. Hier lautet die Devise: Je schlechter die Wärmeleitfähigkeit eines Materials, desto besser eignet es sich für kalte Wintertage. Eigentlich logisch! Denn wenn das Material die Wärme vom Körper nicht weiterleitet, bleibt es unter dem Pulli kuschelig warm.

Eine Frau im Schnee
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Nun ist es so, dass Luft ein ziemlich schlechter Wärmeleiter ist, sprich dafür sorgt, dass die Wärme dort bleibt, wo sie hingehört: beim Körper. Daher empfehlen sich Materialien, die Raum für Luft lassen, besonders für die kalte Jahreszeit. Etwa Schafwolle, die bis zu 85 Prozent aus Luft besteht. Und wer auf Nummer sicher gehen will, zieht noch eine Daunenjacke drüber. Auf dieselbe Weise funktioniert übrigens das Zwiebelprinzip: Wer mehrere Schichten übereinander anzieht, sorgt dafür, dass er sich mit isolierenden Luftpolstern umgibt.

Frauen frieren schneller als Männer

Endlich mal eine Annahme, die stimmt. Obwohl gerade diese Tatsache gerne als Unfug abgetan wird. Das ist sie aber nicht! Dass Frauen schneller frieren, hat zweierlei Gründe: Einerseits haben Männer in der Regel mehr Körpermasse als Frauen - und das nicht nur, wenn sie größer sind. Wer mehr Masse hat, kühlt langsamer aus. Macht Sinn! Anderseits haben Männer für gewöhnlich auch mehr Muskelmasse. Muskeln wiederum produzieren nicht nur Wärme, wenn sie in Bewegung sind. Auch im Ruhezustand verbrennen Sie Kalorien und erzeugen so Wärme.

Eine in eine Decke gewickelte Frau mit einer Tasse in den Händen
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Mit der Folge, wie bereits eingangs erläutert, dass Frauen schneller frieren als Männer. Aus rein physiologischen Gründen. Und bestimmt nicht weil sie Memmen sind!

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