Kärnten-Wahl von

SPÖ zog viele
ÖVP-Wähler an

Rund 27.000 ÖVP-Wähler vom Herbst 2017 votierten in Kärnten für die SPÖ

Kaier Benger © Bild: APA/Gindl

Die Kärntner SPÖ hat bei der Landtagswahl vom Sonntag mit 47,8 Prozent deutlich besser abgeschnitten als bei der Nationalratswahl 2017, als sie nur auf ein Landes-Ergebnis von 29,3 Prozent kam. Der Wählerzustrom liegt laut SORA-Analyse zum Gutteil an ehemaligen ÖVP-Wählern der Nationalratswahl, die am Sonntag zur SPÖ wechselten. Rund 27.000 davon entschieden sich für die Sozialdemokratie.

Damit ging laut SORA jeder dritte Wähler, der in Kärnten bei der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 noch die Liste Kurz gewählt hatte, bei der Landeswahl nun ins Lager von Landeshauptmann Peter Kaiser. Ebenfalls starke Wechsel aus dem Nationalrats-Lager gab es von der FPÖ: Von deren Wähler entschieden sich rund 7.000 für die SPÖ.

ÖVP deutlich schlechter

Die ÖVP schnitt im Vergleich zur Nationalratswahl deutlich schlechter ab: Während das schwarze Ergebnis der NR-Wahl in Kärnten bei 26,8 Prozent lag, votierten am Sonntag bei der Landeswahl nur 15,6 Prozent für die Partei von Landesparteichef Christian Benger. Darüber hinaus blieben auch viele ÖVP-Wähler der Nationalratswahl dieses Mal zuhause, nämlich rund zwei von zehn.

Auch FPÖ blieb zurück

Deutlich hinter dem Bundesergebnis blieb auch die FPÖ: Sie kam auf nur 22,8 Prozent; bei der Nationalratswahl konnten die Blauen in Kärnten ein Ergebnis von 31,8 Prozent erzielen. Die Freiheitlichen verloren in diesem Vergleich stark an die Nichtwähler: Rund jeder dritte FPÖ-Wähler (32.000 Stimmen) der Nationalratswahl blieb bei der Landtagswahl zuhause.

Keinen allzu großen Unterschied weisen die grünen Ergebnisse auf: Während bei der Nationalratswahl 2,4 Prozent der Kärntner Wähler für die Öko-Partei votierten, so gab es im jetzigen Landesergebnis 3,1 Prozent. Die Partei konnte auch bei weitem nicht alle Wähler der Liste Pilz (die bei der Nationalratswahl 3,6 Prozent erreichte und bei der Landtagswahl nicht kandidierte) mobilisieren: Von deren Wählern kamen laut SORA etwa 3.000 zu den Grünen. Mehr - nämlich 4.000 - wanderten an die SPÖ, 2.000 blieben zuhause.

Die NEOS schnitten bei der Landtagswahl mit 2,1 Prozent deutlich schlechter ab als bei der Nationalratswahl, bei der sie 4,3 Prozent für sich gewinnen konnten. Sie verloren mit 3.000 Wählern am meisten Stimmen ans Nichtwähler-Lager.

Im Video: Die Reaktionen der Bundesparteien