Juristen beziehen Stellung: Österreichische Rechtsanwälte plädieren für die Homo-Ehe

Adoption von Kindern soll aber ausgeschlossen sein PLUS UMFRAGE: Soll Homo-Ehe legalisiert werden?

Die österreichischen Rechtsanwälte plädieren für die Einführung "eheähnlicher Lebensgemeinschaften" für Homosexuelle. Gleichgeschlechtliche sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Partnerschaft beim Standesamt registrieren zu lassen, forderte der Präsident des Österreichischen Rechtsanwaltskammertags Benn-Ibler. Die SPÖ zeigte sich über den Vorschlag erfreut.

Im Unterschied zu der traditionellen Ehe soll die Adoption fremder Kinder bei Homosexuellen allerdings nicht möglich sein. Außerdem soll die Unterhaltspflicht zwischen den gleichgeschlechtlichen Partnern nur während, nicht aber nach Auflösung der Lebensgemeinschaft gelten.

Eine Eintragung der Lebensgemeinschaft Gleichgeschlechtlicher beim Notar hält Benn-Ibler nicht für sachgerecht. "So eine wichtige Aufgabe, darf man nicht in die Notariatskanzlei abschieben", kommentierte er dementsprechende Vorschläge. Es gehe darum, Regelungen für homosexuelle Partnerschaften zu finden, die die gleiche "öffentlich-rechtliche Wirkung" haben, wie jene für Heterosexuelle, erläuterte er. Gleichgeschlechtliche müssten "ordentlich in die Rechtsordnung eingegliedert werden".

In der SPÖ freut man sich über den Vorstoß des Rechtsanwaltskammertags. Dies sei ein "wertvoller Diskussionsbeitrag", meinte der SPÖ-Verfassungssprecher Wittmann. Besonders begrüßt der SPÖ-Politiker den Vorschlag der Rechtsanwälte, die Registrierung beim Standesamt durchzuführen.

(apa)