"Jung-Bulle" Janko zeigt mit Traumtor auf: Weg ins Nationalteam ist nicht mehr weit

Keine Tormann-Diskussion nach Manningers Patzer Rushfeldt im Ungewissen: Austria-Vertrag läuft aus

Ex-Goleador Hans Krankl, der als TV-Experte den Schlager Austria Magna - Red Bull Salzburg (2:2) analysierte, lachte das Fußball-Herz. "Er kann ein Teamstürmer werden, weil er ein guter Kopfball-Spieler und körperlich stark ist", sagte der frühere Teamchef über Marc Janko, der die Gäste im Wiener Horr-Stadion mit dem "Tor der Runde" zum Ausgleich (1:1) verholfen hatte.

Der "Jung-Bulle", der schon im Hinspiel (3:0 für die Salzburger) vor einer Woche getroffen hatte, donnerte den Ball nach Kopfball-Vorlage von Thomas Linke von der Strafraumgrenze per Lattenpendler im Stile eines Torjägers unhaltbar in die Maschen und brachte so seine Elf wieder ins Spiel zurück. "Das war schon so gewollt, dass der Schuss aber so reingeht, war natürlich schon etwas glücklich", sagte der Sohn der Olympia-Medaillen-Gewinnerin im Speerwerfen, Eva Janko.

Der 22-Jährige war zum dritten Mal in der Startelf gestanden und bedankte sich vor den Augen von ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger mit seinem dritten Saisontor (zwei gegen Austria und eines gegen Admira im Herbst). Kurt Jara hatte ihn im Sommer aus der Südstadt nach Salzburg geholt. Dort hat er zunächst ein Tief durchgemacht, war vor kurzem noch zu den Amateuren versetzt worden, hatte sich aber durchgebissen.

Jara vorsichtig mit hohen Erwartungen
"Er ist auf gutem Weg und derzeit in Form, besitzt gute Möglichkeiten, ist körperlich sehr stark, gut im Kopfball und hat eine tolle Schuss-Technik", lobte der Trainer. Jara warnte aber davor, den Mann mit den Maßen eines Basketballers (1,95 m) gleich zum Hoffnungsträger für die EURO 2008 hochzujubeln. "Marc wird auch wieder in ein Loch fallen", ist der Tiroler mit Prognosen vorsichtig.

Die ersten Rückschläge hat der Blondschopf, dessen Treffer Austria-Coach Frenkie Schinkels als Traumtor bezeichnete, jedenfalls wie ein Routinier gemeistert. "Auch deshalb, weil ich im Gegensatz zum Sommer diesmal eine g'scheite Vorbereitung hatte", meinte Janko. Im gleichen Maß wie Jara die Euphorie um Janko zu bremsen versuchte, degradierte er den unglücklichen Alexander Manninger nicht gleich zum Reservisten.

Rückhalt für Manninger trotz Steirer-Tor
"Es gibt keine Tormann-Diskussion, sofern Alex fit ist, wird er im nächsten Spiel wieder im Tor stehen", erklärte Jara nach dem Steirertor, dass der Salzburger zum 0:1 durch Jocelyn Blanchard kassiert hatte. Natürlich wäre es ein Riesenfehler gewesen, aber er habe danach auch bei drei, vier schwierigen Bällen Nervenstärke bewiesen, so Jara. Solche Patzer seien außerdem schon anderen passiert.

Rushfeldt im Ungewissen: Vertrag läuft aus
Der erste Saisontreffer des Franzosen kostete den Austria-Feldherrn Frenkie Schinkels ein Abendessen für die ganze Mannschaft. Das wichtige Tor, das im Finish dem Tabellenführer einen Punkt rettete, könnte vielleicht das Abschiedsgeschenk von Sigurd Rushfeldt gewesen sein. Denn die violette Zukunft des Norwegers ist ungewiss. Die Option für eine einjährige Vertragsverlängerung läuft am 30. April ab.

"Ich habe noch nichts gehört, wie es weitergehen soll", ist der Stürmer etwas ratlos. Für einige Stunden überwog aber die Freude. "Es war wichtig, nicht zu verlieren - und da war mein Tor wertvoll, so bleiben wir vier Punkte vorne", meinte der Norsker, dessen Oberkörper ein blutunterlaufener Fußabdruck von Thomas Linke zierte.

(apa/red)