Julia Timoschenko von

Ukraine attackiert Merkel

Ministerpräsident Asarow weist Kritik aus Deutschland zurück: "Sind keine Diktatur"

Julia Timoschenko - Ukraine attackiert Merkel © Bild: Reuters

Im Fall der inhaftierten Kritik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel verbeten. Merkels Vorwürfe trügen nicht zu einem guten Verhältnis der Ukraine zu Deutschland und zur Europäischen Union bei, sagte Asarow in einem in Kiew veröffentlichten Interview.

Die Ex-Sowjetrepublik sei keine Diktatur, und es gebe keine politischen Repressionen, betonte er. "Die demokratischen Parteien sind ganz frei, einige sind im Parlament vertreten, einige nicht. Es herrscht Meinungsfreiheit."

Erstmals schloss Asarow eine Verlegung der erkrankten Timoschenko ins Ausland nicht aus. "Wenn die maßgeblichen medizinischen Stellen sagen, dass eine adäquate Behandlung in der Ukraine nicht möglich ist, könnte die Führung eine solche Behandlung außerhalb des Landes gewähren", sagte der Regierungschef der Ex-Sowjetrepublik. Dazu sei aber eine Gesetzesänderung nötig.

Timoschenko wird derzeit von einem Berliner Neurologen in einer Klinik in der Stadt Charkow betreut. Deutschland und auch Russland hatten eine medizinische Behandlung in einem ihrer Krankenhäuser angeboten.

Demo gegen Präsident Janukowitsch
Unterdessen haben mehr als 2.000 Menschen am Samstag in Kiew gegen den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch protestiert und die Freilassung aller politischer Gefangener gefordert. Die Demonstranten hielten in der Hauptstadt unter freiem Himmel einen Oppositionskongress ab. "Freiheit für die Ukraine, Freiheit für Julia", forderte einer der Redner mit Blick auf Julia Timoschenko. Deren Tochter Jewgenija nahm an der Demonstration teil.

Jewgenija Timoschenko verlas eine Botschaft ihrer Mutter, in der diese ihre Vorstellungen für politische Reformen in der Ukraine darlegt. Am Ende sagte die Tochter mit Tränen in den Augen: "Mama, ich weiß, dass Du mich jetzt hören kannst. Und ich bin sicher, dass Du wieder bei uns sein wirst."