Julia Kührer von

Verdächtiger in U-Haft

Staatsanwaltschaft: Wegen Verdacht des Mordes - DNA-Spur führte zu Beschuldigtem

Das Haus, in dem Kührers Knochenteile gefunden wurden. © Bild: APA/Georg Hochmuth

- Über Michael K. (51), den Beschuldigten im Fall Julia Kührer, ist am Freitagnachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Korneuburg die U-Haft verhängt worden. Es bestehe der Verdacht des Mordes, sagte Friedrich Köhl, Sprecher der Anklagebehörde. Farid Rifaat, der Rechtsanwalt des Verdächtigen, kündigte umgehend Beschwerde beim Oberlandesgericht Wien an.

Michael K. war Mittwochabend neuerlich festgenommen worden. Zuvor war in einer aufwendigen Analyse eine DNA-Spur auf einer Decke sichergestellt worden, in die Julia Kührers Leiche eingewickelt war. "15 von 16 Merkmalspuren stimmten mit dem Profil des Verdächtigen überein", sagte Ernst Geiger, Ermittlungsleiter im Bundeskriminalamt (BK), am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Damit gebe es einen ersten Sachbeweis.

Bei seinen Einvernahmen im BK stritt Michael K. weiterhin ab, etwas mit dem Tod von Julia Kührer zu tun zu haben. Er bediene sich "einer leugnenden Verantwortung", formulierte es Geiger. Freitagvormittag wurde der 51-Jährige in die Justizanstalt Korneuburg überstellt. Am frühen Nachmittag wurde die U-Haft verhängt.

Rechtsanwalt kündigte Beschwerde an

Es gebe keine Todesursache, daher könne man keine vorsätzliche Tötung annehmen, reagierte Rechtsanwalt Rifaat auf APA-Anfrage. Er werde daher die über seinen Mandanten verhängte U-Haft "sofort bekämpfen" und am Montag die Beschwerde einbringen. Ohne Todesursache gebe es auch kein Delikt.

Michael K.schon einmal verhaftet

Michael K. war bereits nach der Auffindung des Skelettes der fünf Jahre vermisst gewesenen Julia Kührer aus Pulkau im Weinviertel Ende Juni 2011 festgenommen worden. Die sterblichen Überreste des Mädchens waren in einem Erdkeller auf seinem Grundstück im nahen Dietmannsdorf entdeckt worden. Aufgrund der damaligen Beweislage wurde der Verdächtige jedoch nach 48 Stunden vom Haftrichter entlassen, zumal keine Verbindung zwischen ihm und dem Opfer nachgewiesen werden konnte.

Julia Kührers Eltern seien für die hartnäckigen Ermittlungen dankbar und froh über das nun vorliegende DNA-Ergebnis, sagte Rechtsanwalt Gerald Ganzger. Er verwies außerdem darauf, dass sie derzeit keine Interviews geben wollten. Es gehe ihnen nicht um Rache, sondern um Aufklärung darüber, "was mit ihrer Tochter passiert ist". Julias Eltern wollten auch niemanden vorverurteilen, betonte Ganzger.

Kommentare

es gibt keine todesursache? wenn nichts böses geschehen ist, weshalb wurde dann nicht die rettung-polizei use gerufen? der kerl hat bislang nur gelogen und wird jetzt nicht brechen und die wahrheit sagen-hoffentlich können die noch mehr spuren nachweisen und den kerl wegsperren-5 jahre wusste der genau wo das mädel ist und schwieg

Es ist unglaublich, daß sich die Justiz erst jetzt entschlossen hat, verfeinerte Verfahren anzuwenden. Ebeno unglaublich ist es, daß niemand in Pulkau und Umgebung einen Hinweis auf dieses verdächtige Subjekt geben konnte. Steckt da mehr dahinter -Drogen, Erpressung, etc. , hatten Jugendliche Angst, hatten Eltern Angst?

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