Jugendliche flüchten in den Alkohol: Schon drei Viertel der Teens greifen zur Flasche!

Erster Kontakt mit 12 Jahren - Alkopops Nummer 1 "Weil andere auch trinken" als beherrschendes Motiv

Mehr als drei Viertel der Elf- bis 19-Jährigen in Österreich trinken laut einer aktuellen Studie des Fonds Gesundes Österreich Alkohol. Unter den 17- bis 19-Jährigen greifen sogar 99 Prozent zu Bier, Wein und Co. 91 Prozent der Burschen und 76 Prozent der Mädchen geben an, innerhalb des vergangenen Vierteljahres zumindest einmal heftig betrunken gewesen zu sein. Den ersten Kontakt zu Alkohol hat ein Großteil (64 Prozent) im Alter von zwölf bis 14 Jahren.

Insgesamt trinkt knapp die Hälfte der Befragten seltener als ein Mal pro Woche. Ein Drittel der 17 bis 19-Jährigen greift einmal in sieben Tagen zu Alkoholika. 22 Prozent dieser Altersgruppe trinken sogar zwei bis vier Mal in einer Woche. Bei den Elf bis 13-Jährigen greifen neun Prozent wöchentlich zur Flasche.

85 Prozent der Jugendlichen bestellen am liebsten Alkopops und Mischgetränke wie Cola Rum oder Cocktails. Dahinter rangieren in der Beliebtheitsskala Wein und Gespritzer (71 Prozent) sowie Bier (69 Prozent), das bei männlichen Trinkern an Nummer Eins steht. Rund die Hälfte trinkt gerne Schnäpse, ein Drittel schenkt sich bevorzugt Liköre ein.

Besonders viele Jugendliche (83 Prozent) greifen bei Familienfesten wie Weihnachten und Geburtstag zur Flasche. Zwei Drittel der Elf- bis 13-Jährigen konsumieren bei diesen Gelegenheiten Alkohol. Christoph Hörhan, Leiter des FGÖ, warnt vor einem "berauschten statt besinnlichen Weihnachtsfest" und appelliert an die Verantwortung und Vorbildwirkung der Eltern.

Elf Prozent der Befragten gaben an, auch in alltäglichen Situationen wie beim Essen oder Fernsehen Alkohol zu trinken. 15 Prozent konsumieren Hochprozentiges auch, wenn sie alleine sind. Als Grund für den Griff zur Flasche geben 57 Prozent an: "Weil die anderen auch trinken." Zur Entspannung konsumiert mehr als ein Drittel Alkohol. Langeweile ist für ein Viertel ein Motiv.

Kampf- oder Wett-Trinken praktiziert knapp jeder Dritte, der bereits Erfahrungen mit Alkohol hat. Ein Großteil der Befragten befürchtet jedoch einen "Hang-over" am Tag danach (71 Prozent) oder einen "Filmriss"(zwei Drittel). Rund 60 Prozent haben Angst vor einem alkoholbedingten Verkehrsunfall und durch einen Rausch aggressiv zu werden.

Insgesamt fällt die Bilanz des FGÖ-Leiters zu der Untersuchung positiv aus. "Die Studie zeigt, dass gesundheitspolitische Interventionen erfolgreich sind", sagte Hörhan. So habe ein Viertel der Befragten angegeben, den Umgang mit Alkohol wegen der von Bundesministerin Maria Rauch-Kallat, Präsidentin des Fonds Gesundes Österreich, initiierten Kampagne "Mehr Spaß mit Maß" überdenken zu wollen.

(apa/red)