Jugendarbeitslosigkeit steigt: Parallel dazu wächst auch der Pessimismus in Österreich

Studie: Nachwuchs hat wenig Erwartungen an Arbeit

Was in Frankreich eine ganze Nation in Atem hält, ist auch in Österreich im Wachsen begriffen: Die Jugendarbeitslosigkeit. Zwar könnte man Österreich mit einer Arbeitslosenquote von 10,5 Prozent im EU-Vergleich noch als "Insel der Seligen" bezeichnen, doch auch hier zu Lande nehmen die Jobsuchenden Jugendlichen sowie deren Pessimismus kontinuierlich zu, wie eine aktuelle Studie belegt.

Waren im Jahr 2000 laut AMS lediglich 27.950 Personen zwischen 15 und 25 Jahren arbeitslos gemeldet, so waren es im Vorjahr bereits 41.560. Obwohl Österreich mit dieser Prozentzahl im EU-25-Ranking gut dasteht und hinter Dänemark, Niederlande und Irland den vierten Platz hält, ist die Stimmung schlecht. Das belegt eine von der EU-Kommission geförderte länderübergreifende Studie, in deren Rahmen vom Wiener Institut "SORA" rund 8.000 Jugendliche befragt wurden.

Laut einer Sonderauswertung, die der APA vorliegt, ist die hiesige Jugend pessimistischer als jene in anderen EU-Ländern, vor allem was die Erwartungen bei Arbeit und Einkommen anbelangt. 62 Prozent der befragten Landsleute glauben, dass ihre Arbeitsplatzsituation in zehn Jahren im Vergleich zu der jetzigen ihrer Eltern schlechter sein wird. Während sich die deutschen Jugendlichen ähnlich pessimistisch gaben, legten etwa die Franzosen ungebremsten Optimismus an den Tag: 66 Prozent gaben an, dass sie für sich selbst eine bessere Arbeitsplatzsituation erwarten. Bei den Briten glaubten das sogar 79 Prozent.

Wenig Optimismus bezüglich Einkommen
Auch in Sachen Finanzen blicken die österreichischen Jugendlichen düster in die Zukunft. Beinahe die Hälfte glaubt, dass sie in zehn Jahren weniger verdienen wird als ihre Eltern und nur 31 Prozent glauben, dass sie ihre Eltern beim Einkommen überflügeln werden. In Estland glaubt das beispielsweise 90 Prozent des Nachwuchses.

Am wenigsten Vertrauen hat unsere Jugend in die soziale Sicherheit. 62 Prozent glauben, dass sie in zehn Jahren weniger soziale Sicherheit zu erwarten haben als ihre Eltern. In Frankreich sehen das nur 42 Prozent ebenso pessimistisch - in Deutschland immerhin 64 Prozent.

(apa)