Jürgen Säumel fühlt sich wohl in Turin:
ÖFB-Kicker rechnet mit Platz in Startelf

Zum Auftakt gastiert Aufsteiger Lecce beim FC Torino Manninger hütet bei Juventus Turin die Ersatzbank

Jürgen Säumel fühlt sich wohl in Turin:
ÖFB-Kicker rechnet mit Platz in Startelf
© Bild: APA/Fohringer

Am Wochenende wird mit dem Saisonauftakt in der italienischen Fußball-Liga Serie A auch ein neues Kapitel in der Karriere von ÖFB-Teamspieler Jürgen Säumel aufgeschlagen. Der 23-jährige Steirer erfüllte sich in der Sommerpause einen Jugendtraum und wechselte ablösefrei von Sturm Graz für drei Jahre nach Italien zum FC Torino, dem Nachfolgeverein des 2005 in den finanziellen Ruin geschlitterten Traditionsvereins Torino Calcio (bis 1977: AC Torino).

Säumel, der dritte ÖFB-Legionär in der Serie A neben Alexander Manninger (Juventus) und György Garics (Atalanta Bergamo), fühlt sich "sehr wohl" in Turin. Nur mit der Sprache kommt der Steirer noch nicht zu recht: "Aber ich bin am Lernen. Derzeit verständige ich mich mit den beiden Co-Trainern auf Englisch und sie übersetzen für mich."

Der 23-Jährige rechnet damit, zum Liga-Auftakt in der Startformation des Tabellen-15. der abgelaufenen Saison aufzuscheinen: "Ich hoffe es natürlich und gehe nach dem Cup auch davon aus." Säumel gab zuletzt in der dritten Cup-Runde sein Pflichtspiel-Debüt. Der Steirer kam beim 2:1-Sieg nach Verlängerung über Serie-B-Club Brescia im 4-3-3-System von Torino nicht vor der Abwehr, sondern halblinks im Mittelfeld ("meine beste Position") über die vollen 120 Minuten zum Einsatz.

"Mit einem Lauf ist alles möglich"
Mit Lecce gastiert ein Aufsteiger in Turin. "Das Stadion wird voll sein. Natürlich erwarten wir uns einen Sieg zum Auftakt", meinte Säumel, der mit einem harten Liga-Konkurrenzkampf rechnet: "Ich glaube, in Italien gibt es mit Milan, Inter, Juve, Fiorentina und der AS Roma fünf Vereine, die über alle anderen zu stellen sind. Der Rest ist auf einer Stufe. Mit einem Lauf ist da alles möglich. Aber es kann auch sehr schnell nach unten gehen."

Der 17-fache ÖFB-Teamspieler tritt bei Torino auch in rot-weiß-rote Fußstapfen: Walter Schachner (1983 bis 1986) und Toni Polster (1987/88) gingen für "Toro" auf Torejagd. Auch Alexander Manninger hatte 2003 ein kurzes Gastspiel.

Säumel lernte bereits in ersten Zügen kennen, welchen Stellenwert der "Calcio" im Land des Weltmeisters genießt: "Man merkt, wie fußballverrückt die Italiener sind. In den öffentlichen Trainings ist eine ganze Tribüne voll mit Fans. Viele Anhänger nahmen auch fünf Auto-Fahrtstunden in Kauf, um bei unserem Trainingslager in Mals in Südtirol dabei zu sein."

"Rivalität rund um die Uhr"
Tatsächlich versammelt sein FC Torino in Turin mehr Fans hinter sich als der international populärere und erfolgreichere Erzfeind Juventus. Auch vor dem Länderspiel gegen Italien bekam Säumel die "rund um die Uhr spürbare Rivalität" zu hören: "Einige Turin-Fans sind auf mich zugekommen und haben gesagt, ich soll gegen Del Piero (Anm.: von Juventus Turin) besonders robust zur Sache gehen."

Als Unterschied zu Österreich machte der steirische Mittelfeldspieler den "viel größeren Konkurrenzkampf" aus: "Wir haben 26 bis 27 gleichwertige Spieler, die alle Ansprüche auf einen Stammplatz haben. Das kenne ich so nicht. In Graz waren wir ja für unseren kleinen Kader bekannt."

Manninger hütet die Bank
Mit ÖFB-Teamgoalie Alexander Manninger steht seit dem Sommer auch bei Stadtrivale Juventus ein Österreicher unter Vertrag. Der 31-jährige Salzburger wechselte von Siena nach Turin, muss sich dort aber mit der Reservistenrolle begnügen. Denn mit Italiens Nationalkeeper Gigi Buffon hat Manninger einen übermächtigen Konkurrenten vor sich. Juve muss im Schlager der ersten Serie-A-Runde zu Fiorentina.

Der ÖFB-Außenverteidiger Garics wechselte vor einigen Wochen von Napoli zu Atalanta. Ob der 24-Jährige zum Saisonauftakt zu Hause gegen Siena von Beginn an einläuft, ist fraglich. Beim knappen 2:1-Sieg im Cup über Serie-B-Club Modena wurde Garics in der Halbzeit eingewechselt. (apa/red)