Jürgen Melzer nach Out bei US Open
nüchtern: "Es fehlt ein bisschen was"

Am meisten derzeit Konstanz beim Aufschlag Nach Davis Cup auf ist Österreicher auf Asientour

Jürgen Melzer nach Out bei US Open
nüchtern: "Es fehlt ein bisschen was" © Bild: APA/EPA

Österreichs Nummer 1 ist im Einzelbewerb der US Open ausgeschieden. Doch Jürgen Melzers Blick richtete sich nach der 6:7(6),3:6,3:6-Niederlage gegen Juan Martin del Potro auch schon wieder in die Zukunft.

"Ich habe ordentliches Tennis gespielt, bin nicht abgeschlachtet worden", erklärte der in Wien lebende Deutsch Wagramer. "Es fehlt einfach ein bisschen was, auch spielerisch. Von den ersten 10 spielt jeder alles extrem gut und hat noch etwas Außergewöhnliches." Derzeit, so Melzer, mangelt es ihm an der Konstanz beim Aufschlag. "Ich habe im Moment wenig Timing beim Aufschlag. Von den Grundschlägen her bin ich viel solider geworden, in den vergangenen eineinhalb Jahren habe ich mich da extrem weiter entwickelt."

Es hänge halt an fünf bis sieben (entscheidenden) Matches pro Jahr. "Die fehlen halt, um dort zu stehen, wo ich gern stehen würde. Im Moment spiegelt mein Ranking auch mein Jahr wieder", meint der 38. der ATP-Wertung. Natürlich spielt auch die Setzung und Auslosung immer wieder eine Rolle. "Es war schon ein kleiner Dämpfer, wie ich die Auslosung gesehen habe. Ziel muss es sein, in Australien wieder gesetzt zu sein. Ich habe heuer nicht mehr so viel zu verteidigen. Wenn ich einen guten Herbst spiele, ist das drinnen."

Aus auch im Doppel
Auch im Doppel war für Melzer Endstation: Mit seinem Partner Julian Knowle schied er Achtelfinale aus. Die New-Heaven-Sieger mussten sich der als Nummer vier gesetzten tschechisch-indischen Paarung Lukas Dlouhy/Leander Paes in zwei Sätzen mit 5:7,4:6 geschlagen geben. Damit ist Österreich in der entscheidenden Phase des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres endgültig nicht mehr vertreten.

Nun ist freilich der Davis Cup in Chile ein wichtiger nächster Punkt. "Es wird sicher nicht lustig werden. Dass sich die Leute dort benehmen, kannst abhaken. Dort herrschen andere Regeln, dort ist ein bisschen mehr erlaubt."

Nach dem Kampf um den Klassenerhalt in der Weltgruppe für 2010 kommt Melzer nur für wenige Tage nach Hause und fliegt zum Asien-Trip nach Bangkok, Tokio und Shanghai. Genannt hat er auch für Stockholm - danach stehen noch die Bank-Austria-Trophy in Wien und Basel auf dem Programm. Auch mögliche Auftritte beim neuen Challenger in Salzburg sowie bei der Tennis-Trophy in St. Anton sind noch in Planung.

(apa/red)