Jürgen Melzer nach Krimi im Achtelfinale: Dreisatz-Sieg über Spanier Ferrero in Wien

Österreicher wehrt im zweiten Satz Matchball ab PLUS: Alle Ergebnisse und Auslosungen des Turniers!

Jürgen Melzer hat in der Wiener Stadthalle den Kopf aus der Schlinge gezogen und ist als dritter Österreicher ins Achtelfinale eingezogen. Der 25-jährige Niederösterreicher, der derzeit auf einer Erfolgswelle schwebt, wehrte gegen Juan Carlos Ferrero bei 4:5 im zweiten Satz einen Matchball ab und siegte nach 2:31 Stunden mit 5:7,7:6 (5),6:3.

Erster ATP-Titel in Bukarest, Daviscup-Sieg über Mexiko, Finale in Metz. Die Erfolgsserie von Jürgen Melzer hält an, am Mittwochabend hatte er gegen seinen "Angstgegner" Ferrero aber auch das Glück des Tüchtigen. Der Weltranglisten-Siebente führte bereits 7:5,5:4 und hatte Break- und Matchball, als Österreichs Nummer 1 zurückschlug.

Melzer kämpfte sich ins Tiebreak und ließ sich auch durch einen 2:4- bzw. 3:5-Rückstand in diesem nicht von der Rolle bringen. Mit einem starken Vorhand-Longline-Winner glich Melzer zum 5:5 aus und ab diesem Zeitpunkt übernahm er das Kommando auf dem Platz.

Der Weltranglisten-39. hatte zunächst leichte Umstellungsschwierigkeiten auf den sehr langsamen Opticourt. "Und gegen einen Ferrero darf man eben nicht von hinten mitspielen", weiß Melzer. "Ich habe zu Beginn ein bisserl Timingprobleme gehabt und musste mich erst an den Ballabsprung gewöhnen." Vor allem im dritten Satz habe er dann aber die Initiative übernommen. Einen Sieg nach abgewehrtem Matchball, das hat es in der Karriere von Jürgen Melzer schon lange nicht mehr gegeben. "Ich kann mich nicht erinnern, vielleicht in der Jugend?"

Der Deutsch Wagramer war freilich erleichtert, denn der Druck vor dieser Partie war trotz des starken Gegners groß. "Weniger von mir selber, aber die Leute erwarten schon viel, wenn einer ein Turnier gewinnt und in einem Finale stand. Aber da muss man sich wegkoppeln und schauen, dass man sein Spiel durchzieht."

Auch wenn das in der Stadthalle für ihn gar nicht so einfach ist. "Mein Lieblingsbelag ist das sicher nicht, ein bisserl schneller wäre mir lieber. Es ist viel zu langsam, das gibt's sonst nirgends. Der Ball steht hier immer wieder auf", spricht Melzer die Tatsache an, dass man z.B. einen Volley kaum wegspielen kann, wenn man einen flinken Gegner hat.

Kubot, gegen den er vor fünf Jahren einen glatten Sieg bei einem Challenger in Linz gefeiert hat, wollte Melzer keinesfalls unterschätzen. "Ich habe vergangenes Jahr hier auch in der ersten Runde gegen Gaston Gaudio gewonnen und dann gegen den französischen Qualifikanten Jean-Rene Lisnard verloren", erinnert Melzer. Nun hat er wieder einen Qualifikanten, der immerhin schon drei Siege (darunter in Runde 1 gegen Sebastien Grosjean) in der Tasche hat. Dennoch ist das zweite Wien-Viertelfinale nach 2002 für Melzer in Reichweite.

Auch sein Coach Karl-Heinz Wetter war von der Leistung seines Schützlings angetan. "Ab dem Tie-Break hat er genauso gut wie in Metz gespielt. Er hat die Form definitiv mitgenommen", freute sich Wetter. Und Melzer hofft, dass er am Donnerstag und vielleicht danach noch mehr Unterstützung vom Publikum kommt. Die Chance auf das "Traum-Viertelfinale" Roddick-Melzer lebt jedenfalls. "Aber wenn ich da jetzt schon daran denke, dann werde ich es nicht erreichen."

Roddick ohne Mühe
Andy Roddick hat seine Wien-Premiere wie erwartet erfolgreich absolviert. Der Weltranglisten-Sechste besiegte den Argentinier Jose Acasuso nach 63 Minuten mit 6:0,7:6 (2) und schlug dabei standesgemäß gleich 19 Asse.

"Es hat sich gut angefühlt, vor allem im ersten Satz. Dann hat er viel mehr erste Aufschläge getroffen, aber ich habe mich nie in Gefahr gefühlt", lautete die kurze Analyse von Roddick nach dem Einzug ins Achtelfinale.

(apa/red)