Jüngster WM-Leader der Geschichte: Lewis Hamiltons Stern überstrahlt die Konkurrenz

Lob von allen Seiten für Briten in seiner ersten Saison PLUS: Massa & Alonso liegen nach Kollision im Clinch

Jüngster WM-Leader der Geschichte: Lewis Hamiltons Stern überstrahlt die Konkurrenz

Auf seinen Premierensieg wartet Lewis Hamilton zwar noch, dennoch zieht der "Rookie" die Formel-1-Welt weiterhin in seinen Bann. Platz zwei in Barcelona hinter Felipe Massa bedeutete nicht nur den vierten Podestplatz im vierten Rennen in der "Königsklasse", sondern auch die alleinige WM-Führung.

"Meine Familie und ich haben viele Jahre sehr hart dafür gearbeitet", meint der jüngste alleinige WM-Leader aller Zeiten (22 Jahre, 4 Monate und 6 Tage), der von seinem Vater Anthony und seinem im Rollstuhl sitzenden Bruder Nicolas nach Spanien begleitet worden war. "Nach den ersten vier Rennen meiner Formel-1-Karriere an der WM-Spitze zu stehen, ist einfach unglaublich. Ein Traum, den ich genieße und fortführen möchte", beschrieb der GP2-Champion von 2006.

Der bis Sonntag jüngste WM-Spitzenreiter war ausgerechnet der spätere McLaren-Gründer Bruce McLaren gewesen. Der Neuseeländer war 1960 nach seinem Auftakterfolg in Buenos Aires an der Spitze gelegen.

Lauda schwärmt
Auch die größten Persönlichkeiten der F1-Geschichte schwärmen vom Briten in höchsten Tönen. Wie der dreifache Weltmeister Niki Lauda, der bestätigte, dass Hamilton bereits wie ein alter Hase unterwegs ist: "Er hat praktisch keine Erfahrung und bringt Rennen für Rennen eine perfekte Leistung. Er ist ein Ausnahmeathlet mit irrem Potenzial nach oben." Oder der siebenfache Champion Michael Schumacher: "Er macht einen sehr guten Job. Er ist gut vorbereitet und er ist schnell."

Für Formel-1-Chef Bernie Ecclestone ist Hamilton bereits eine fahrerische Kopie des Deutschen: "Wenn man ihm Michaels Helm aufziehen würde, würdest du denken, es ist Michael." Und Weltmeister und Teamkollege Fernando Alonso versicherte, dass er Hamilton schon sehr früh auf der WM-Rechnung hatte: "Lewis war schon nach zwei Rennen ein Anwärter."

Hamilton und Alonso, der nur Dritter in seinem Heimrennen wurde, belegen die Plätze eins und zwei der Fahrer-WM und McLaren führt logischerweise die Team-WM an. Den Sieger von Barcelona stellte allerdings Ferrari, für die Italiener war es der insgesamt zehnte Spanien-Erfolg. Massa eroberte zunächst zum dritten Mal in Folge die Pole Position und gewann dann zum zweiten Mal en suite.

Zoff zwischen Massa und Alosno
Zoff gab es zwischen Massa und Alonso auf Grund einer Kollision in der ersten Kurve, bei der Alonso im Kiesbett landete, sein Auto demolierte und alle Chancen auf einen Heimsieg wie 2006 begrub. Alonso sparte nicht mit Kritik am Brasilianer: "Ich war außen und schneller und habe später gebremst. Ich glaube, dass ich rund eine halbe Wagenlänge vor ihm gelegen bin. Aber leider hat er das anders gesehen." Auf einen Protest hat McLaren verzichtet.

Massa war offenbar nicht gewillt, so wie in Malaysia als "Verlierer" aus der ersten Kurve zu gehen, wies jedoch alle Schuld von sich und freute sich lieber über den im Endeffekt sicheren Sieg. "Der Start war der schwierigste Teil. Danach konnte ich mich relativ rasch absetzen." Der Wermutstropfen für Ferrari war der Ausfall von Kimi Räikkönen wegen eines technischen Defekts.

(apa/red)