Jünger, vernetzter, radikaler:
Über österreichische Islamisten

Kommentar von Kurt Kuch PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Jünger, vernetzter, radikaler:
Über österreichische Islamisten © Bild: NEWS/ Vukovits

Am 4. Juli fand im norddeutschen Bremen eine Großrazzia statt, der intensive Ermittlungen des deutschen Verfassungsschutzes vorangegangen sind. Aus ganz Europa waren überzeugte Dschihadisten nach Bremen gekommen, um an einem sogenannten „Taqfiri“-Treffen teilzunehmen. Taqfiris sind die Hardliner in der islamistischen Szene: Sie akzeptieren lediglich die Scharia, lehnen unsere demokratische Rechtsordnung ab. Sie sind Traditionalisten, die jede Erneuerung oder gar Öffnung des Islam strikt bekämpfen.
Einigen deutschen Zeitschriften war die Großrazzia eine Meldung wert, zumal die Zentralfigur der Bremer Szene, der 28-jährige Renee S., als sogenannter „Gefährder“ gilt, der seit geraumer Zeit rund um die Uhr überwacht wird.

Doch auch für Österreichs Sicherheitsbehörden ist der Großeinsatz in Bremen relevant: Denn die deutschen Ermittler stellten auch die Identität mehrerer österreichischer Teilnehmer beim deutschen Taqfiri- Treffen fest. Zum Beispiel jene des erst 24 Jahre alten Said R.

Treffen in Salzburg. Die deutschen Behörden, die ihre „Gefährder“ vor der bevorstehenden Bundestagswahl ganz genau beobachten, stellten aber noch mehr fest: nämlich, dass nur zwei Wochen nach Bremen erneut ein internationales Taqfiri-Treffen angesagt war. Und zwar in Salzburg.
Das zeigt: Österreich ist längst keine „Insel der Seligen“ mehr, sondern ein Staat mitten in Europa, der mit ähnlichen Problemen kämpft wie vergleichbare Länder: Potenzielle Zielgruppen für al-Qaida sind bei uns genauso wenig gegen die Fundi-Ideologie immunisiert wie in Deutschland. Diese jungen Menschen wurden nicht in unsere Zivilgesellschaft integriert. Sie teilen unsere Werte nicht. Und je stärker wir von ihnen als antiislamisch wahrgenommen werden, umso stärker werden sie sich radikalisieren. Angesichts der (entbehrlichen, stupiden und gefährlichen) Provokationen heimischer Politiker – wie von der FP-Politikerin Susanne Winter, die vom „Kinderschänder Mohammed“ sprach – darf sich daher niemand wundern, dass bisher schon sieben Österreicher ein Al-Qaida-Trainingslager im afghanisch- pakistanischen Grenzgebiet absolviert haben.