Judo von

Reinigendes Gewitter in Japan

Nach dem Abgang des Prügeltrainers führt der Verband moderne Strukturen ein

Judo-Trainer Ryuji Sonoda mit Athletin © Bild: imago/AFLOSPORT

Der japanische Judo-Verband (AJJF) muss in seiner künftigen Arbeit mit weniger Geld als bisher ausgekommen. Das Nationale Olympische Komitee (JOC) des Landes erteilte dem Verband zudem 13 Weisungen, nachdem Beschwerden von 15 aktuellen und früheren Athletinnen des Judo-Nationalteams nachgegangen worden war. Die Sportlerinnen hatten in einem gemeinsamen, an das JOC gesandten Beschwerdebrief Schikanen und Gewalt angeprangert.

Schlüsselfigur dabei sei in der Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele 2012 in London Chefcoach Ryuji Sonoda gewesen. Er habe die Aktiven geschlagen, u.a. mit einem Bambusstock. Nachdem der japanische Sportminister eine Untersuchung der Vorwürfe angekündigt hatte, ist Sonoda im Jänner zurückgetreten. "Nach einer gründlichen Prüfung hat das Komitee festgestellt, dass es ernsthafte Verfehlungen gegeben hat", hieß es von JOC-Seite.

Bei den 13 erteilten Weisungen handelt es sich u.a. um das Verbot von Gewalt von Coaches gegen Athleten, die Errichtung einer Möglichkeit für die Sportler, allfällige Beschwerden anzubringen, klare und transparente Kriterien bei der Selektion der Aktiven für das Nationalteam und eine Erhöhung der Anzahl von weiblichen AJJF-Trainern und -Funktionären. Die finanzielle Unterstützung wird im April mit Beginn des Fiskaljahres gekürzt.

Japan gilt als Judo-Geburtsland. Bei den London-Spielen wurden von Japanern aber nur eine statt der erwarteten sieben Goldmedaillen gewonnen und in der Medaillenwertung der Sportart lediglich Rang vier erreicht. Japans Hauptstadt Tokio ist neben Istanbul und Madrid Kandidat für die Ausrichtung von Olympia 2020. Das Bewerbungskomitee ist bemüht, vor der für 7. September in Buenos Aires angesetzten Vergabe-Entscheidung Negativ-Meldungen zu vermeiden.

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