Jubiläum für Red-Bull-Piloten Coulthard:
Absolviert in Spanien seinen 200. Grand Prix

Nach Punkten erfolgreichster Pilot: Nie Weltmeister Schotte würde gerne noch eine Saison anhängen

Nach Punkten gemessen ist er der erfolgreichste Formel-1-Pilot, der nie Weltmeister wurde. Genau 500 WM-Zähler hat David Coulthard bis dato eingefahren, liegt damit als bester Brite in der ewigen Bestenliste auf Platz vier. Am Sonntag bestreitet der Schotte im österreichischen Team Red Bull Racing seinen 200. Grand Prix. Ausgerechnet dort, wo er 1994 debütiert hatte - beim Grand Prix von Spanien am "Circuit de Catalunya".

"Zweihundert Grands Prix sind schon eine Leistung, auf die ich stolz bin. Man erreicht eine solche Anzahl nicht per Zufall, sondern nur wenn man über lange Zeit ein gewisses Leistungsniveau hält", erklärte der 35-Jährige. Coulthard ist erst der achte Fahrer, der in den elitären "200er-Klub", dem auch der Österreicher Gerhard Berger (210 Teilnahmen) angehört, aufgenommen wird. Die beiden weiteren aktiven Fahrer sind Rekordweltmeister Michael Schumacher (236) und Rubens Barrichello (220). Rekordhalter ist der Italiener Ricardo Patrese mit 256 GP-Starts.

Dabei hatte Coulthards Karriere alles andere als einfach begonnen. Als Williams-Testfahrer musste der damals 23-Jährige 1994 für den in Imola tödlich verunglückten Ayrton Senna einspringen. Zum Gedenken an den legendären Brasilianer hatte Williams beim Grand Prix von Monaco nur ein Auto eingesetzt, zwei Wochen später debütierte Coulthard in Montmelo bei Barcelona. "Das waren äußerst gemischte Gefühle", betonte der reservierte Brite.

Im Schatten seiner noch erfolgreicheren Weltmeister-Teamkollegen Damon Hill und Mika Häkkinen brachte es Coulthard bis dato immerhin auf 13 Grand-Prix-Siege, 12 Pole Positions und 60 Podestplätze. Zweimal siegte der Brite in Monaco, zweimal bei seinem Heimrennen in Silverstone. "Natürlich gibt es immer Leute, die ansprechen, was möglich gewesen wäre. Aber es gibt nur wenige, die eine ähnliche Leistung erbracht haben oder jemals bringen werden", meinte der Routinier.

Konstanz an der Spitze hat Coulthard tatsächlich bewiesen. "500 WM-Punkte aus 200 Grand Prix sind kein schlechter Schnitt", meinte der 35-Jährige, der die Liebe zur modernen Formel 1 laut eigenen Angaben nach wie vor nicht verloren hat. "Ich liebe es und meiner Meinung nach bin ich auch gut darin, Zahlen und Daten auszuwerten." Seine bis dato 199 Rennen in der Königsklasse hat Coulthard nur für drei verschiedene Teams bestritten hat - Williams, McLaren und Red Bull Racing (seit 2005).

Im jungen österreichisch-englischen Team ist der Schotte zwar in zwei Saisonen noch nie auf das Podest gefahren, dennoch denkt er noch nicht an Rücktritt. "Ich habe viel Zeit und Energie in das Team investiert und würde gerne auch an den Ergebnissen teilhaben." Dennoch dürften in der kommenden Saison wohl nur entweder Coulthard oder der Österreicher Christian Klien im neuen Red-Bull-Auto sitzen. Beide haben ausschließlich eine für diese Saison laufenden Vertrag.
(apa/red)