Spanisches Königshaus von

Skandalumwobener König
Juan Carlos feiert Geburtstag

Wird 76 Jahre alt - 62 Prozent der Spanier laut Umfrage für Abdankung des Monarchen

Juan Carlos © Bild: Reuters/Sergio Perez/Files

Spaniens König Juan Carlos feiert am 5. Jänner im engsten Familienkreis seinen 76. Geburtstag. Eigentlich hatte er gute Gründe zur Freude. Seine acht Enkelkinder waren da. Er selber erholt sich gut von seiner jüngsten Hüftoperation und will schon bald wieder seine Arbeit und repräsentativen Aufgaben als Staatsoberhaupt aufnehmen.

Dennoch dürfte die Feierstimmung im Madrider Zarzuela-Palast nicht besonders groß sein. Trotz seiner guten Genesung von der Hüftoperation im November plagen Juan Carlos immer wieder neue gesundheitliche Probleme. Der Eingriff war bereits die neunte Operation, der sich der König in nur dreieinhalb Jahren unterziehen musste. Seit Wochen geht er mit Krücken.

Der angeschlagene Gesundheitszustand des betagten Monarchen ließen sogar die Gerüchte über einen möglichen Thronverzicht zugunsten von Kronprinz Felipe so laut werden, dass sich Juan Carlos in seiner letzten Weihnachtsansprache genötigt fühlte, öffentlich von einer vorzeitigen Abdankung abzusehen.

Skandalumwitterter König

Es ist aber weniger sein angeschlagener Gesundheitszustand, der das Gerücht über eine mögliche Abdankung in die Welt setzte, als viel mehr eine Reihe von Skandalen, die das Ansehen der spanischen Krone und des Königs arg ramponierte. Seit seiner umstrittenen Elefantensafari in Afrika 2012 gab es kaum gute Nachrichten für den König, versichert Almudena Martínez-Fornés, Königshausexpertin der spanischen Tageszeitung "ABC".

"Die Spanier waren empört darüber, dass der König in wirtschaftlichen Krisenzeiten nicht nur auf Luxus-Safari ging, sondern anscheinend auch eine angebliche Geliebte, die deutsche Adelige Corinna zu Sayn-Wittgenstein mitnahm", erklärt Martínez-Fornés. "Die Gerüchte stellten die Beziehung zu Königin Sofia noch bis zum Sommer auf eine harte Probe. Das Königspaar trat nur noch selten gemeinsam auf und wenn sie zusammen waren, wirkte ihre Beziehung kalt", erinnert sich die Königshausexpertin.

Nicht versteuertes Millionenerbe

Meldungen über ein nicht versteuertes Millionenerbe und heimliche Bankkonten, die Juan Carlos in der Schweiz haben soll, trugen weiter zum Imageverlust der Krone innerhalb der Bevölkerung bei. Und seither jagt ein Skandal den nächsten. Prinzessin Letizia soll vor ihrer Ehe mit Thronfolger Felipe abgetrieben haben und schon bald dürfte seinem Schwiegersohn Inaki Urdangarin der Prozess wegen Geldwäsche und Steuerbetrug in Höhe von sechs Millionen Euro gemacht werden. Der zuständige Ermittlungsrichter will bereits in der kommenden Woche zudem darüber entscheiden, ob sich auch Prinzessin Cristina, Urdangarins Ehefrau, vor Gericht verantworten muss.

Bereits seit drei Jahren dauern die Ermittlungen im sogenannten "Fall Noos" - benannt nach einer vorgeblich gemeinnützigen Stiftung - an. Der Skandal um Urdangarin und die regelmäßig an die Öffentlichkeit gelangenden Einzelheiten belasten nicht nur das Ansehen der spanischen Monarchie, sondern auch die Beziehungen zwischen Juan Carlos und seiner Familie. Schon seit zwei Jahren nehmen Cristina und Iñaki an keinem offiziellen Auftritt der Königsfamilie mehr teil. Wie stark der Skandal auch Juan Carlos belastet, zeigte am Freitag ein TV-Interview des Königshaussprechers Rafael Spottorno, der die Justiz bat, nach drei Jahren endlich dieses "Martyrium" und den Fall zu beenden.

Spanier für Abdankung des Königs

So verwundert es auch nicht, dass 62 Prozent der Spanier für eine Abdankung des Monarchen sind. Noch alarmierender ist aber ein weiterer Wert aus der von der Tageszeitung "El Mundo" am Sonntag veröffentlichten Umfrage: Die Unterstützung der Spanier für die Monarchie ist erstmals unter 50 Prozent gerutscht.

Zu seinem 76. Geburtstag macht Juan Carlos keine leichte Zeit durch. Derzeit scheint er nicht einmal seiner traditionellen Rolle als Konfliktvermittler nachkommen zu können. Zwar beschwor er in seiner letzten Weihnachtsansprache mit Blick auf die separatistischen Strömungen in Katalonien, wo die nationalistische Regionalregierung für den 9. November ein Unabhängigkeitsreferendum plant, die Einheit des Landes. Doch erstmals in 40 Jahren strahlte das katalanische Regionalfernsehen seine Ansprache nicht aus.

Das schürt nicht nur Sorgen über immer stärker werdenden separatistischen Tendenzen in der Region, sondern auch über die angeschlagene Monarchie und ihre traditionelle Rolle als Garant für sozialen Frieden und die Einheit des Landes.

Kommentare

Solche Leute sollten per Verfassung abgesetzt werden könen. Nicht warten, bis der Herr König abzudanken geruht! Diese Leute haben sich doch ihr gesamtes Vermögen ergaunert oder/und kraft ihres Standes an sich gerafft.

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