Verleihung von

Journalistinnenkongress:
Goldene "Medienlöwin" für Rados

TV-Journalistin für Lebenswerk geehrt - Preis in Silber geht an Ö1-Journalistin

Journalistinnenkongress: Antonia Rados erhält die Goldene "Medienlöwin". © Bild: Katharina Rossboth/APA-Fotoservice

Die Fernsehjournalistin Antonia Rados hat die Goldene "Medienlöwin" für ihr bisheriges Lebenswerk erhalten. Die Auszeichnung wurde am Vorabend des 16. Journalistinnenkongresses, der am heutigen Mittwoch in Wien stattfindet, verliehen. Den Preis in Silber erhielt Ö1-Journalistin Eva Roither für ein akustisches Porträt einer 83-jährigen ägyptischen Aktivistin, wie es in einer Aussendung heißt.

Rados konnte den Preis im Wiener Haus der Industrie zwar nicht selbst entgegennehmen, bedankte sich aber via Videobotschaft. Mit der Goldenen "Medienlöwin" sollen Journalistinnen prämiert werden, die durch ihre Vorbildfunktion, langjährige Medienpräsenz und ihr bisheriges Schaffen anderen Frauen Mut machen, "sich im Bereich der Medien durchzusetzen". Die Reporterin ist seit knapp 30 Jahren an Kriegs- und Krisenschauplätzen im Einsatz und war in dieser Zeit u.a. für ORF, RTL, n-tv sowie das ZDF tätig.

Ehrung für Ö1-Journalistin

Roither wiederum wurde für "aktuelle, frauenspezifische Beiträge" geehrt, allen voran das Porträt "Der Preis der Freiheit" über die Autorin und Aktivistin Nawa El Saadawi. Laut Jury habe sie darin dem Publikum eine Frau nahegebracht, "die sich geisteskräftig und herzensmutig mit nichts Geringerem als der Weltgeschichte anlegt". Das Medium Radio habe sie dafür so genutzt, "dass eindrucksvolle Hörbilder auch sicht- und spürbar werden".

ORF und VG NEWS: Plädoyer für Frauenquote

Ein Plädoyer für Frauenquoten hielt ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner beim Journalistinnenkongress. Sie plädierte außerdem dafür, das Frauenbild in Eigenproduktion zu steuern und Journalistinnen in Medien sichtbarer zu machen. Der Forderung nach einer Frauenquote schloss sich auch Horst Pirker, Geschäftsführer der Verlagsgruppe News, an.

"Meine Erfahrung der letzten 30 Jahre hat mich zu einer überzeugten Quotenvertreterin gemacht", sagte Zechner in ihrer Keynote. In den Medien müsse ein starkes Frauenbild vermittelt werden. Auch Vorbilder in der Fiktion prägten den Alltag. "Das Abbild einer Gesellschaft wirkt auf eine Gesellschaft zurück. Das Frauenbild in Eigenproduktionen können und sollen wir kraftvoll und mutig steuern", sagte Zechner.

Rauch-Kallat: Gibt noch viel zu tun

Die Situation habe sich zwar deutlich verändert, erinnerte Maria Rauch-Kallat, Initiatorin des Journalistinnenkongresses: "Vor 18, 19 Jahren, als wir angefangen haben, gab es keine einzige Ressortleiterin in einer österreichischen Tageszeitung. Jetzt, knapp 20 Jahre später, haben wir einen Beirat, der ausschließlich aus ranghohen Frauen aus österreichischen Medien besteht." Es gebe jedoch "noch viel zu tun", betonte Zechner.

"Ich glaube, dass die Quote ein Werkzeug ist, um eine Schieflage gerade zustellen", sagte auch Pirker. In Bezug auf das Thema des Kongresses "Medien zwischen Zeit und Geld" ging er auf die vermeintliche Spannung zwischen journalistischer Unabhängigkeit und wirtschaftlichem Erfolg eines Mediums ein. Klassische Medien hätten den Vorteil gehabt, dual finanziert zu sein, durch die Leser und den Werbemarkt. "Das hat sich in den letzten Jahren die Unabhängigkeit bedrohend verschoben", meinte Pirker. Zunehmend gebe es nur noch einen oder gar keinen Erlösstrom mehr. "Durch das Postulat 'Content ist frei verfügbar', versiegt der zweite Erlösstrom. Damit löst sich dieser Widerspruch zwischen Wirtschaft und Unabhängigkeit in einer für viele überraschenden Weise auf."

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