Trauer von

Ex-Handelsminister
Josef Staribacher verstorben

Politiker an Folgen einer Lungenentzündung im Alter von 92 Jahren gestorben

Der frühere Handelsminister Josef Staribacher ist verstorben. © Bild: APA/Schlager Roland

Der frühere Handelsminister Josef Staribacher (SPÖ) ist tot. Der 92-jährige ist am Samstag an den Folgen einer Lungenentzündung in Wien verstorben, teilte Staribachers Familie am Sonntag mit. Er sei "ruhig eingeschlafen". Staribacher war von 1970 bis 1983 in allen vier Kabinetten von Bundeskanzler Bruno Kreisky der Minister für Handel, Gewerbe und Industrie.

Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Werner Faymann trauern um den ehemaligen Handelsminister. Mit seinem Tod sei "ein ebenso erfolgreicher wie volkstümlicher und über Jahrzehnte bewährter Politiker von uns gegangen", teilte Fischer am Sonntagnachmittag mit. Faymann sagte, Staribacher habe "zusammen mit Bruno Kreisky eine Ära geprägt".

Fischer würdigt "volkstümlichen Politiker"

Fischer würdigte die "geradezu sprichwörtliche" Kameradschaftlichkeit und Bescheidenheit Staribachers. "Er war ein lebensfroher, optimistischer und naturverbundener Mensch", betonte der Bundespräsident und frühere SPÖ-Spitzenfunktionär.

Bundeskanzler Faymann zeigte sich "tief betroffen" von der Todesnachricht. Als Handelsminister habe er "die Konsumentenpolitik neu strukturiert und sich für mehr soziale Gerechtigkeit eingesetzt", betonte Faymann. "Besonders am Herzen lag ihm dabei immer, Gegensätzen ausgleichend zu begegnen und Lösungen in einem gemeinsamen Dialog zu suchen." Mit der Förderung der Klein- und Mittelbetriebe habe er "einen bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlich gesunden Basis unseres Landes gelegt".

Minister in allen Kabinetten Kreiskys

Staribacher wurde am 28. März 1921 in eine Wiener Arbeiterfamilie geboren. Sein Vater war Kanalaufseher und Straßenbahnschaffner, die Mutter Hausfrau. Wegen seiner Arbeit für die damals verbotene Sozialdemokratische Arbeiterpartei musste er im Jahr 1936 seine Schulausbildung beenden. Er lernte daraufhin den Beruf des Stein-und Offsetdruckers. Unter den Nazis war er neun Monate lang im Konzentrationslager Buchenwald interniert.

Nach dem Krieg arbeitete er in der Arbeiterkammer, wo er im Jahr 1968 zum Kammeramtsdirektor aufstieg. Zwei Jahre später holte ihn Bruno Kreisky in die Regierung. Von 1961 bis 1989 war Staribacher auch Vorsitzender der Gewerkschaft der Lebens- und Genussmittelarbeiter (LUGA). Zudem bekleidete er über lange Jahre verschiedene Spitzenpositionen innerhalb des ÖGB.

Ein Zeitpunkt für das Begräbnis Staribachers steht nach Auskunft seines früheren Sprechers Paul Vecsei nicht fest. Ab Mittwoch sollen im Regierungsgebäude am Stubenring, der ÖGB-Zentrale und am Sitz der SPÖ-Bezirksorganisation Landstraße Kondolenzbücher aufgelegt werden.

Kommentare

Ruhe sanft. Du warst noch ein POLITIKER, nicht so wie unsere Kasperln jetzt.

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