Jordanisches Königspaar auf Wien-Besuch: Arbeitsgespräche mit Fischer & Gusenbauer

2001 letzter Staatsbesuch von Abdullah und Rania Abdullah lobt Österreich für Nahost-Friedensprozess

Jordanisches Königspaar auf Wien-Besuch: Arbeitsgespräche mit Fischer & Gusenbauer © Bild: Reuters/Halim

Der jordanische König Abdullah II. absolviert in Begleitung seiner Gemahlin, Königin Rania, einen Arbeitsbesuch in Österreich. Der Monarch traf zu Mittag mit Bundespräsident Fischer in der Hofburg zusammen und führt ein Gespräch mit Bundeskanzler Gusenbauer. Zudem nimmt der König in Wiener Neustadt an der 30-Jahres-Festveranstaltung des Einsatzkommandos Cobra teil.

Das Königspaar war am Dienstag aus Slowenien gekommen, wo es ebenfalls einen Arbeitsbesuch absolviert hatte. Die Visite ist der zweite offizielle Besuch des Haschemiten-Königs in Wien. Der Staatsbesuch im Jahre 2001 war noch ganz im Zeichen der Erinnerung an seinen Vater, König Hussein, gestanden. Dieses Mal ist das jüngste der vier Kinder des Königspaares, der 2005 geborene Prinz Hashem, mit dabei. Erst in diesem Winter hatte die jordanische Königsfamilie einen Urlaub am Arlberg verbracht.

Nach einem Mittagessen in den Räumen der Präsidentschaftskanzlei wird der jordanische König im Bundeskanzleramt mit Gusenbauer zu einer Unterredung zusammentreffen.

Am Abend besuchen der jordanische Monarch und der Bundespräsident die Jubiläums-Veranstaltung des Einsatzkommandos Cobra in Wiener Neustadt. König Abdullah wird ein fachkundiger Ehrengast sein: Vor seiner Thronbesteigung 1999 war der älteste Sohn von König Hussein, der eine Elite-Ausbildung an Militärakademien in den USA und Großbritannien genoss, Chef der Sondereinheiten zur Bewachung des Königshofes. Im Cobra-Hauptquartier wird die Geschichte des EKO durch den Kommandanten, Generalmajor Bernhard Treibenreif, präsentiert. Auch Innenminister Platter wird zugegen sein.

König Abdullah lobt Österreichs für Nahost-Friedensprozess
Jordaniens König Abdullah II. hat Österreich ausdrücklich für das langjährige Engagement im Nahost-Friedensprozess gedankt und seine Hoffnung auf eine"fruchtbare Rolle" Österreichs im Rahmen der EU auch in Hinkunft zum Ausdruck gebracht. Abdullah sprach nach einer Unterredung mit Bundespräsident Heinz Fischer am Mittwoch in der Hofburg von einer "kritischen" Phase im Nahost-Prozess, der in den kommenden Monaten vor großen Herausforderungen stehe. Die Nahost-Problematik stand naturgemäß im Zentrum des Arbeitsgesprächs der beiden Staatsoberhäupter. Der Monarch lud den Bundespräsidenten zu einem Staatsbesuch nach Jordanien im kommenden November ein.

Österreich nehme in den Bemühungen um einen Nahost-Frieden "eine ausgewogene und freundschaftliche Haltung ein", würdigte König Abdullah das Gastland, in dem er einen eintägigen Arbeitsbesuch absolviert. Er hoffe, dass diese Haltung auch in der Europäischen Union Früchte tragen werde. Fischer stimmte mit Abdullah in der Einschätzung überein, dass der Nahost-Prozess "eine entscheidende Phase" durchmache. 2008 solle der von den USA in Annapolis angestoßene Friedensprozess Prozess ablaufen, so der Bundespräsident.

Fischer erinnerte an die langjährigen Nahost-Bemühungen Österreichs seit der Ära Kreisky. Heute sei Österreich als Mitglied der Europäischen Union anders in den Meinungsbildungsprozess eingebunden, doch an der Grundhaltung habe sich nichts geändert, Österreich unterstütze "jene Kräfte, die an einem Friedensprozess zu beiderseitigem Vorteil arbeiten", an dessen Ende zwei selbstständige Staaten stehen werden. Jordanien ist neben Ägypten der einzige arabische Staat der Region, der mit Israel einen Friedensvertrag unterzeichnet hat. (APA/red)