Joesi Prokopetz von

Joesi feiert seinen 60er

Multitalent erfand Ambros' "Hofa" und legte somit Grundstein des Austropop

Joesi Prokopetz - Joesi feiert seinen 60er © Bild: APA/Hochmuth

Mit "Da Hofa" hat er im zarten Alter von 19 Jahren nicht nur einen Klassiker der heimischen Musikgeschichte geschaffen, sondern mehr oder minder gleich den Austropop aus der Taufe gehoben: Joesi Prokopetz, seines Zeichens Musiker, Songschreiber und Kabarettist, kann auf eine sehr erfolgreiche Karriere zurück blicken. Am 13. März feiert das Wiener Multitalent seinen 60. Geburtstag und zeigt sich der Bühnenluft keineswegs überdrüssig: Erst im vergangenen Jahr feierte sein Kabarettprogramm "Übrigens! Aber das nur nebenbei" im Wiener Orpheum Premiere.

Prokopetz, der am 13. März 1952 in Wien geboren wurde, begann seine Karriere zwar mit Stücken, die von anderen Interpreten auf Hitparaden-Glanz poliert wurden, konnte aber etwa in den 1980er Jahren auch eine sehr erfolgreiche Solokarriere lancieren, der etwa die Singles "Na guat daunn net" und "Sind Sie Single" entstammen: beide schafften es an die Spitze der heimischen Charts. Daneben war Prokopetz auch dem ORF jahrelang verbunden, für den er etwa die Shows "Club Silvester", "Checkpoint" oder "Checkpoint live" moderierte.

Erfolgs-Duo mit Ambros
Die meisten seiner Fans dürfte Prokopetz aber bereits davor mit Songs wie "Du bist wia die Wintersun", "Es lebe der Zentralfriedhof" oder "Die Blume aus dem Gemeindebau", gesungen und gespielt von Wolfgang Ambros , erreicht haben. Gemeinsam mit seinem Klassenkameraden zeichnete er auch für das zum Kult avancierte Rustical "Der Watzmann ruft" verantwortlich, das etwa im vergangenen August als Musical seine Wien-Premiere feierte. Die Liedtexte des Originals stammen alle aus der Feder von Prokopetz.

DÖF-Mitglied
Dass er auch andere Kultfiguren erschaffen kann, bewies der Wiener Ende der 1980er Jahre, als er für eine eigene Radiosendung den Charakter "Alfons Rädl" schuf. Mit der kauzigen Kultfigur landete er einen österreichweiten Erfolg. Aber auch über Landesgrenzen hinweg konnte er reüssieren: Gemeinsam mit Manfred O. Tauchen sowie Annette und Inga Humpe konnte er als Deutsch-Österreichisches Feingefühl (DÖF) europaweit mehr als eine Million Singles und knapp eine halbe Million LPs verkaufen.

Solopfade
Als Kabarettist auf Solopfaden wandelt Prokopetz seit 1997 und wundert sich etwa in "Giraffen können nicht husten!", dass Batman nicht aufs Klo muss, während er gemeinsam mit Sigrid Hauser, Georg Markus und Clemens Schaller 2008 im Stadttheater Walfischgasse auf den Spuren Karl Farkas' wanderte. Daneben fand er auch immer wieder Zeit, satirische Bücher zu verfassen, etwa "Hose runter - Enthüllungen eines Kabarettisten" (2007), in dem er die eigene Szene gewohnt amüsant seziert.

Professor Prokopetz
Abseits musikalisch-kabarettistischer Auftritte fühlt sich Prokopetz auch auf Theaterbühnen zu Hause und spielte etwa 1998 bei den Nestroy-Festspielen auf Burg Liechtenstein die Hauptrolle in Nestroys "Die beiden Nachtwandler". 2003 erhielt Prokopetz das goldene Verdienstzeichen des Landes Wien, 2009 den "Salzburger Stier" und seit dem selben Jahr darf er auch auf den Professorentitel zurückgreifen.