Jörg Haider stärkt das BZÖ nach Siechtum:
Ergebnis konnte diesmal verdoppelt werden

Erster wirklicher Wahlerfolg nach der FP-Abspaltung Bisher hat BZÖ Einzug in einen Landtag verfehlt

Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider hat mit seiner Spitzenkandidatur dem BZÖ den ersten wirklichen Wahlerfolg seit der Abspaltung von der FPÖ im Jahr 2005 beschert. Das orange Bündnis konnte heute, Sonntag, sein Ergebnis des Jahres 2006 weit mehr als verdoppeln. An die FPÖ kam man freilich nicht heran - aber im Verhältnis wurde das BZÖ etwas stärker.

Bekam 2006 die FPÖ noch fast drei Viertel der Stimmen des dritten Lagers, waren es heute nur mehr etwas mehr als 60 Prozent. Die Freiheitlichen erhielten 18 Prozent, das BZÖ elf.

Haider erstmals BZÖ-Spitzenkandidat
Jörg Haider hatte zwar 2005 die Abspaltung der damals "regierungstreuen" Orangen von der FPÖ initiiert, war bisher aber noch nie als Spitzenkandidat aufgetreten. Bei der Nationalratswahl 2006 übernahm diese Funktion Peter Westenthaler. Nach dessen (nicht rechtskräftiger) Verurteilung wegen falscher Zeugenaussage übernahm für die heutige Wahl aber Haider persönlich auch offiziell die Führung - obwohl er freilich nicht daran denkt, ein Nationalratsmandat anzunehmen - und auch ein Ministerposten im Bund wäre ihm, wie er sagte, zu wenig. Er hofft vielmehr auf einen weiteren Wahlsieg im nächsten Jahr bei der Kärntner Landtagswahl.

Dennoch verschaffte Haider bei der heutigen NR-Wahl dem BZÖ ein Ergebnis, von dem man früher nicht zu träumen wagte. Denn das bisher beste Resultat brachte eine Kommunalwahl, die Grazer Gemeinderatswahl im heurigen Jänner mit 4,31 Prozent und damit dem Einzug in den Gemeinderat. Den Einzug in den Nationalrat schaffte man 2006 nur knapp, mit 4,11 Prozent - und nur dank Kärnten. Ohne die damals fast 25 Prozent in Haiders Land hätten es die Orangen bundesweit nicht geschafft, blieben sie doch in allen anderen Ländern unter vier Prozent. Das ist heute anders: Diesmal war man überall stärker als vier Prozent, einzig in Wien wurde es knapp. Überhaupt hat das Bündnis in den drei östlichen Bundesländern den größten Nachholbedarf.

Keinen Einzug in Landtag geschafft
Den Einzug in einen Landtag hat das BZÖ bisher nicht geschafft. Gewählt wurde seit der Abspaltung in der Steiermark, Wien, Niederösterreich - und überall blieb das BZÖ weit von der Vier-Prozent-Hürde entfernt. In NÖ im heurigen März kam es sogar auf nur 0,72 Prozent. Bei zwei Landtagswahlen, 2005 im Burgenland und 2008 in Tirol traten die Orangen nicht einmal an.
(apa/red)