Joe Zawinul von

Musikalisches Gedenken

Heute wird "Joe Zawinul Day" im Gasometer ausgerufen

Joe Zawinul - Musikalisches Gedenken © Bild: APA/Artinger

Er ist unbestritten einer der erfolgreichsten Musiker, die Österreich hervorgebracht hat: Mit Welthits wie "Mercy, Mercy, Mercy" und "Birdland" hat Joe Zawinul Musikgeschichte geschrieben, mit berühmten Instrumentalisten den Jazz revolutioniert und vom renommierten Jazzmagazin Down Beat wurde er gleich 28 Mal zum besten Keyboarder gewählt. Am 7. Juli wäre der 2007 verstorbene Musiker 80 Jahre alt geworden - Grund genug, ihm in mehrfacher Form musikalisch zu gedenken.

Bereits gut einen Monat vor Zawinuls Geburtstag lädt eine illustre Musikerrunde in die große Konzerthalle des Gasometers. Quasi im Gegensatz zum klischeebeladenen Bild eines verrauchten Jazzclubs mit abgedunkeltem Licht und intimer Atmosphäre wird am 2. Juni dort der "Joe Zawinul Day" zelebriert. Als Gratulanten fungieren etwa The Syndicate mit Sängerin Sabine Kabongo, die zum runden Geburtstag des Meisters ein neues Album mit Neuinterpretationen seiner Songs aufgenommen haben. Und das könnte wohl kaum eine Formation besser als Zawinuls ehemalige, nach dem Split von Weather Report installierte Band.

Für weltmusikalisches Flair wiederum sorgt Deep Forest, das Projekt des französischen Soundtüftlers Eric Mouquet, der von Bassist Alune Wade und Sänger Blick Bassy unterstützt wird. Hier werden Ethnoklänge gekonnt mit elektronischem Einfluss verbunden, wofür es bereits für die erste, selbstbetitelte Platte (1992) einen Grammy als "Bestes World Musik Album" gab. In Österreich ist Deep Forest erstmals live zu erleben. Ebenfalls mit von der Partie ist die heimische Fusion-Band Incognito rund um Count Basic-Mastermind Peter Legat. Saxofonist Wolfgang Puschnig wird gemeinsam mit Pianist Karen Asatrian auf der Bühne stehen und schließlich ergänzen Federspiel und die In A Silent Way Group das Live-Programm. Zwischen den Auftritten werden Diashows und Videoausschnitte von Zawinul gezeigt.

Jazz Fest widmet ihm einen Abend
Aber auch das diesjährige Jazz Fest Wien , das am 25. Juni beginnt, widmet einen Abend dem legendären Keyboarder: Am 6. Juli steht im Porgy & Bess ein "Tribute to Joe Zawinul" an. Die Gruppe Travel Image rund um Violinist Paul Dangl und Saxofonist Clemens Salesny legt dabei den Fokus auf die frühen Jahren des Musikers, wobei auch eher unbekannte Stücke zum Besten gegeben werden sollen. Unterstützung erhalten die Bandleader Dangl und Salesny von Gitarrist Peter F. Rom, Schlagzeuger Peter P. Frosch sowie Bassist Raphael Preuschl.

Josef Erich "Joe" Zawinul wurde am 7. Juli 1932 in Wien geboren. 1959 ging er im Rahmen eines Klavierstipendiums in die USA und wurde schnell zu einem gefragten Musiker bei Dinah Washington und in Cannonball Adderleys Band. Spätestens mit den Kollaborationen "In A Silent Way" und "Bitches Brew" mit Miles Davis war Zawinul in der ersten Liga des Jazz angekommen, erfand quasi den Electric Jazz und gründete 1970 die Formation Weather Report. Über Jahrzehnte hinweg prägte er mit seinem markanten Keyboardspiel die Szene. Am 11. September 2007 verstarb Zawinul in Wien.