Jobs Mangelware - Frustrierte nehmen zu:
Zahl der Arbeitslosen ist um 30 % gestiegen

Im Jahresabstand 55.000 Beschäftigungslose mehr Besonders Männer und Ausländer davon betroffen

Jobs Mangelware - Frustrierte nehmen zu:
Zahl der Arbeitslosen ist um 30 % gestiegen © Bild: APA/DPA/May

Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt weiter, und der Frust nimmt zu: Ende August lag die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen bei 238.803 Personen, das waren im Jahresabstand um 29,8 Prozent oder um 54.874 mehr Arbeitslose. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ging um 9.575 auf 29.956 zurück, teilte das Arbeitsministerium am Dienstag mit.

Schulungen des Arbeitsmarktservice (AMS) besuchten 57.694 Menschen, ein Anstieg um 42,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt waren damit knapp unter 300.00 Menschen ohne Job. Besonders Männer und Ausländer waren von der Entwicklung betroffen, bei ihnen stieg die Arbeitslosigkeit im August um fast 40 Prozent.

Vorsichtig optimistisch reagierte die Regierung auf die jüngsten Arbeitslosenzahlen. Von einer Entspannung wollten Sozialminister Hundstorfer und Finanzminister Pröll freilich nicht reden, aber zumindest von einem Lichtblick. Es gebe noch immer um 50.000 Arbeitssuchende zu viel, der Arbeitsmarkt sei im Fluss, sagte Hundstorfer. Das führte er nicht zuletzt auf den funktionierenden Konsum zurück.

Pröll: "Freier Fall gebremst"
Vizekanzler Pröll sprach "nach wie vor von einer Herausforderung", auch wenn es in manchen Bereichen eine positive Entwicklung gebe. Es sei zwar "der freie Fall gebremst" worden, ein nachhaltiger Weg aus der Krise jedoch noch nicht gegeben. Die Lage sei nach wie vor angespannt, aber es gebe einen positiven Lichtblick, so der Finanzminister.

Für den Chef des Arbeitsmarktservice (AMS), Herbert Buchinger, ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit im August im "Rahmen der Erwartungen". Es gebe noch keine Entspannung, aber auch nicht die von den Wirtschaftsforschern prognostizierte Verschärfung. Es weise auch derzeit nichts darauf hin, dass es im Herbst noch zu einem stärkeren Anstieg kommen werde. Auch der Rückgang der Kurzarbeit deute darauf hin.

(apa/red)