Jetzt gibt's die eu-Domain auch für Private:
Ziel ist Schaffung einheitlicher Net-Identität

'.eu' soll bald ähnliche Bedeutung erlangen wie '.com' Anträge müssen an Registrierstelle gerichtet werden

Jetzt gibt's die eu-Domain auch für Private:
Ziel ist Schaffung einheitlicher Net-Identität © Bild: www.eurid.eu

Jeder EU-Bürger kann ab heute eine persönliche Internetdomäne ".eu" oder E-Mail-Adresse mit dem europaweiten Kürzel beantragen. Bisher konnten nur Inhaber von Namensrechten, beispielsweise Unternehmen oder Organisationen, einen Antrag für die Domäne ".eu" stellen.

Nach Angaben der EU-Kommission in Brüssel soll die neue Domäne Länderkürzel wie ".de" für Deutschland oder ".fr" für Frankreich ergänzen und eine einheitliche Internetidentität für die EU schaffen. Die Domäne ".eu" soll damit eine ähnliche Bedeutung erhalten wie die Domäne ".com". Sie soll Internetnutzern die Möglichkeit geben, ihren Web- und E-Mail-Adressen eine europäische Identität zu geben. Im Hinblick auf Datenschutz und auf die Achtung der Privatsphäre im Internet stehen die Benutzer mit der ".eu"-Domäne unter dem Schutz europäischer Gesetze.

www.sex.eu am begehrtesten
Als am heißesten begehrte Adresse erwies sich - bereits in der Vorregistrierungsphase, wo sich Markeninhaber und Prominente vorab eine Adresse sichern konnten - "www.sex.eu". Die erste private Adresse, die am Freitag frei geschalten wurde, war "www.exhibitionist.eu", hieß es aus der Kommission. Bei Internet-Adressen, auf die niemand einen markenrechtlichen Anspruch hat, erhält jener den Zuschlag, der die Seite zuerst registriert hat. In Streitfällen entscheidet ein Schiedsgericht in Prag, wo bereits 60 Fälle anhängig sind.

Meinung über Potenzial geteilt
Ob ".eu" tatsächlich einmal an das mit derzeit 50 Millionen Registrierungen weltweit wichtigste Interkürzel ".com" herankommen wird, darüber waren die Meinungen am Freitag geteilt. EU-Kommissarin Viviane Reding zeigte sich am Freitag überzeugt davon, dass ".eu" für die europäischen Unternehmen und die 450 Millionen europäischen Einwohner eine Alternative zu ".com" sein wird. Das Management der österreichischen ".at"-Registrierstelle Nic.at glaub dagegen nicht, dass ".eu" ".com" auf absehbare Zeit überholen wird.

Antragsteller müssen sich an eine ".eu"-Registrierstelle wenden. Einzelheiten zum Verfahren und eine Liste der Registrierstellen sind auf der Eurid-Webseite im Internet zu finden. (APA/red)