"Jetzt geht's los. Jetzt wird's ernst": Red Bull Salzburg blickt gebannt Richtung Donezk

Prohaska bezifferte die Bullen-Chancen mit 50:50 Doch kein neuer Stürmer bis zum Donezk-Heimspiel

FK Ventspils war für Red Bull Salzburg keine allzu große Hürde auf dem Weg in die Gruppenphase der Fußball-Champions-League. Der lettische Meister wurde souverän mit dem Gesamtscore von 7:0 abserviert, in der dritten und letzten Quali-Runde wartet nun Schachtjor Donezk. "Jetzt geht's los. Jetzt wird's ernst", drückte Sportdirektor Oliver Kreuzer das allgemeine Knistern im Lager des ÖFB-Meisters aus. ORF-Experte Herbert Prohaska bezifferte die Bullen-Chancen gegen die Ukrainer mit 50:50 und Giovanni Trapattoni nickte dazu.

Das Hinspiel findet am 15. August (Rückspiel am 29.8.) in einem wohl ausverkauften EM-Stadion Wals Siezenheim statt (30.900 Zuschauer). Vor den Vorverkaufskassen hatten sich 40, 50 Meter lange Schlangen gebildet, das Online-Ticketing-System auf der Homepage war aufgrund der enormen Nachfrage immer wieder kurzfristig zusammen gebrochen.

Ventspils kalt abserviert
Das Rückspiel gegen Ventspils, dem 3:0 in Riga folgte ein 4:0 in Salzburg, wurde wie erwartet nur zur Pflichtübung, die allerdings sehr zur Zufriedenheit von Giovanni Trapattoni erledigt wurde. "Wir haben trotz des klaren Sieges im ersten Match konzentriert gespielt. Und es ist uns gelungen, ein wenig Kraft zu sparen. Das ist bei unserem derzeitigen Drei-Tages-Rhythmus sehr wichtig", analysierte der Italiener.

Wie im Hinspiel sah Trapattoni aber auch "oberflächliche Fehler", die man sich wohl gegen ein Team wie Donezk nicht allzu oft erlauben sollte. Das sprach auch Rene Aufhauser an, der nach dem Triplepack in Lettland neuerlich einen Treffer beisteuerte. "Da müssen wir den Hebel ansetzen. Aber nach der Pause ist es besser gelaufen, da haben wir die Zuschauer mit ein paar Toren verwöhnt." Sportdirektor Kreuzer sah "eine Pflichtübung, die bravourös erledigt wurde".

Zeit für Stürmersuche läuft
Die Stürmersuche bei den "Bullen" ist nach wie vor aktuell. Die Zeit läuft (Deadline 31. August), vor dem Hinspiel gegen Donezk wird es jedoch laut Sportdirektor Oliver Kreuzer keinen Zuschlag geben. "Es gibt Kandidaten, es gibt eine Liste. Aber wir werden das Resultat vom ersten Donezk-Spiel abwarten und dann schauen, ob wir zuschlagen oder nicht."

Angesichts der ständigen englischen Wochen wird Trapattoni weiterhin das Rotationsprinzip betreiben. Unruhe erwartet man deshalb jedoch in der Festspielstadt nicht. "Die Spieler wissen Bescheid, um was es geht", meinte Kreuzer. Flügelflitzer Johan Vonlanthen sprach stellvertretend für die Mannschaft: "Das ist logisch bei so einem Matchrhythmus. Das müssen wir Spieler akzeptieren."

Auch Aufhauser, der vor knapp zwei Wochen gegen den LASK nur auf der Tribüne gesessen war, machte gute Miene zum Wechselspiel: "Wenn man viele Gegner hat, braucht man viele Spieler. Es ist wichtig, dass jeder Kaderspieler auf seine Einsatzminuten kommt." (apa/red)