Jetzt wird Bin Ladens Computer untersucht:
Schatz an Informationen für Geheimdienste

Hunderte Experten wollen Daten jetzt sichten Geheimdienstbeamte in Washington "begeistert"

Jetzt wird Bin Ladens Computer untersucht:
Schatz an Informationen für Geheimdienste © Bild: Reuters/ABC NEWS/HANDOUT

Bei der Kommandoaktion gegen Al-Kaida-Chef Osama bin Laden ist den US-Geheimdiensten ein wahrer Schatz an Informationen in die Hände gefallen. Im Haus Bin Ladens in Abbottabad seien ein Computer sowie mehrere Festplatten sichergestellt worden, die nun genau untersucht würden, berichtete die Online-Zeitung "Politico".

"Könnt Ihr euch vorstellen, was alles auf Osama bin Ladens Festplatte ist?", zitierte die Zeitung einen Regierungsbeamten. Die Festplatten seien an einen geheimen Ort in Afghanistan gebracht worden. Hunderte Experten würden die Daten nun sichten, sagte der Beamte. Geheimdienstbeamte in Washington seien "begeistert". "Wenn nur zehn Prozent davon verwendbar sind, dann wäre das toll."

Nach Informationen der Zeitung gibt es mehrere Fotos des getöteten Osama bin Laden. Diese seien jedoch so entsetzlich, das die Regierung wegen einer Veröffentlichung genau überlegen müsse.

Unterdessen werden immer mehr Details der Kommandoaktion mit dem Decknamen "Geronimo" bekannt. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" war sich der US-Geheimdienst CIA bis zuletzt keinesfalls sicher, dass Bin Laden tatsächlich in Abbottabad lebte. Einige Analysten hätten die Wahrscheinlichkeit mit 60 Prozent angegeben, andere mit 80 Prozent. CIA-Chef Panetta habe die Ungewissheit zu schaffen gemacht. Dann sei er aber davon ausgegangen, dass die US-Öffentlichkeit selbst bei einer 50-prozentigen Chance hinter der Aktion stehen würde.

(apa/red)