JENAM 2008: Internationaler Astronomie-Kongress an der Universität Wien

JENAM 2008: Internationaler Astronomie-Kongress an der Universität Wien © Bild: Carsten Przygoda

Das Motto der diesjährigen, vom 8. bis 12. September im Hauptgebäude der Universität Wien stattfindenden JENAM-Tagung lautet "Neue Herausforderungen für die europäische Astronomie". Zur Tagung werden an die 500 internationale TeilnehmerInnen erwartet. Es gibt ein umfangreiches Vortragsprogramm, und es werden renommierte Forschungspreise verliehen. Am Donnerstag, 11. September, 20 Uhr, hält die Astronomin Eva Grebel im Audimax den öffentlichen Vortrag "Die Milchstraße – eine Kannibalin im Universum".

Der Beitritt Österreichs zur Europäischen Südsternwarte (ESO) am 1. Juli 2008 hat der heimischen astronomischen Forschung einen starken Impuls gegeben. Ein Ausdruck dessen ist das große internationale Interesse an der JENAM-Tagung, die vom Institut für Astronomie der Universität Wien in Verbindung mit der Astronomischen Gesellschaft (AG), der European Astronomical Society (EAS) und der Österreichischen Gesellschaft für Astronomie und Astrophysik ausgerichtet wird. JENAM steht für "Joint European and National Astronomy Meeting".

Karl-Schwarzschild-Medaille und andere Preise
Gleich zur Eröffnung, am Montag, 8. September, wird der russische Astrophysiker Rashid Sunyaev mit der Karl-Schwarzschild-Medaille ausgezeichnet. Sunyaev hat bahnbrechende Beiträge zur Erforschung des Echos des Urknalls geleistet. Die Medaille wird jährlich von der Astronomischen Gesellschaft – eine der ältesten wissenschaftlichen Vereinigungen Europas – an AstronomInnen von hohem wissenschaftlichem Rang vergeben. Weiters wird der Biermann-Preis an den deutschen Stellar-Astrophysiker Andreas Koch sowie der Tycho-Brahe-Preis an den schwedischen Sonnenphysiker Göran Scharmer verliehen. Im Anschluss an die Preisverleihung halten die Preisträger Festvorträge im Audimax.

ELT – ein Teleskop so groß wie das Riesenrad
Inhaltlicher Schwerpunkt der JENAM 2008 ist am Dienstag und Mittwoch das geplante "Extremely Large Telescope" (ELT) der ESO. Das ELT ist ein Teleskop, dessen Durchmesser beinahe so groß sein wird wie jener des Wiener Riesenrads. Tim de Zeeuw, Generaldirektor der ESO und holländischer Astrophysiker, wird am Dienstag, 9. September, 9.15 Uhr, darüber sprechen, welche Projekte mit diesem Teleskop-Giganten geplant sind.

Neben den Wissenschaftsthemen im engeren Sinne gibt es von 8. - 12. September auch Kolloquien über das Internationale Astronomiejahr 2009, über das Jubiläum 400 Jahre Teleskop sowie über die Schaffung eines Netzwerks für Frauen in der Astronomie.

Öffentlicher Vortrag: Die Milchstraße – eine Kannibalin im Universum. Am Donnerstag, 11. September, 20 Uhr, findet ein öffentlicher Vortrag der Heidelberger Forscherin Eva Grebel im Audimax statt. Grebel wird mit faszinierenden Bildern verdeutlichen, dass die Galaxis, die wir bewohnen, ein sehr dynamisches System ist – daher auch der Vortragstitel.

Quelle: Redaktion/ Uni Wien