Leben von

Jelineks neue "Wut"

Exklusivabdruck im neuen News zum Nachfolgestück der Tragödie "Die Schutzbefohlenen"

Thalia Theater Die Schutzbefohlenen © Bild: Thalia Theater

Auf einen Schlag, und das im Wortsinn, wurde die bevorstehende Uraufführung der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zum Ereignis von tagespolitischer Hochbrisanz: „Wut“, ab 16. April in der Regie von Nicolas Stemann an den Münchner Kammerspielen zu sehen, handelt von islamistischem Terror und deutschem Gegenterror; vom IS als digital hochgerüsteter Jugendbewegung; vom neuen Judenhass und von der Frage nach dem Gott, der Massaker befiehlt und kein exklusiv moslemischer ist.

News kann in seiner neuen Ausgabe (Nr. 12/2016) exklusiv aus dem Stück abdrucken, und Elfriede Jelinek beantwortet dort auch Fragen zur Wut als Treibstoff des Weltirrsinns, zum IS und zur österreichischen „Obergrenze“.

„Wut“ ist das Nachfolgestück zur Tragödie „Die Schutzbefohlenen“, mit der Elfriede Jelinek das bis heute gültige humanistische Manifest zur Flüchtlingskrise schrieb. Die Uraufführung im Jahr 2014 am Hamburger Thalia Theater setzt bis heute Maßstäbe.

Auch die Bilder, die in Sozialen Netzwerken gerne gegen die Flüchtlinge verwendet werden, greift Jelinek auf: "Sie schaffen Vulkane aus Scheiße, aus Dreck, aus Müll, es sieht aus, als wäre ein Müllberg explodiert, ja, schauen Sie doch, was die für Dreck machen, und sowas sollen wir jetzt immer unter uns wohnen haben?" Auch den Kühllaster, in dem Ende des Sommers 71 Menschen starben, spart Jelinek nicht aus, ebenso wie den kleinen Buben, der auf seiner Flucht im Meer ertrank und weltweit für Entsetzen sorgte: "Das Foto ist gemacht, es wird der Welt gezeigt und aus. Grade nur einer, ein kleiner Bub. Was ist das schon."

Kommentare