Jedi-Zauber? Spiele via Gehirn steuern:
Gehirnströme in Aktionen umwandelbar

Haube erkennt Mimiken und zwölf Handlungsschemen Wissenschafter bezweifeln durchschlagenden Erfolg

Jedi-Zauber? Spiele via Gehirn steuern:
Gehirnströme in Aktionen umwandelbar © Bild: Emotiv Systems

In der Welt der Videospiele und Computer steht eine Revolution vor der Tür - die Steuerung durch Gedanken. Bereits im nächsten Jahr will das Unternehmen Emotiv Systems eine Kopfhaube auf den Markt bringen, die dies möglich macht, berichtet die Schweizer Sonntagszeitung.

Demonstriert wurde das Können dieser Haube bereits anhand des Videospiels "Harry Potter und der Feuerkelch", doch auch Softwaresteuerung soll mit der Haube möglich werden. "Die Bedienung von Computern soll natürlicher und eine nahtlose Erweiterung unseres Willens werden", erklärt Nam Do, einer der Unternehmensgründer, das Ziel des Projekts.

Gedankensignale statt Joypad
Die genaue Funktionsweise haben die Entwickler bisher noch nicht der Öffentlichkeit präsentiert, arbeiten doch mehrere Forscherteams auf der ganzen Welt an ähnlichen Projekten, ohne bisher durchschlagenden Erfolg zu haben. Die Emotiv-Haube kann zwölf unterschiedliche Handlungen erkennen und reagiert auf Stimmungen und Mimik wie Stirnrunzeln oder Augenrollen. Auch Bewegungen haben Einfluss auf die Steuerung. Um in einem Computerspiel einen Stein zur Seite zu schieben, müssen die Spieler genau diese Bewegung simulieren. Dadurch können die Gedankensignale um das 100-Fache verstärkt werden.

Skepsis gegenüber neuer Technologie
Im Forscherteam von Emotiv Systems arbeitet unter anderem der Physikprofessor Allan Snyder, Leiter des Zentrums für Bewusstseinsforschung an der Universität von Sydney. Die Übersetzung von Gehirnströmen in klare Befehle für Computer ist keine leichte Aufgabe, da diese in der Messung wie ein Gewitter an Informationen erscheinen, aus dem erst brauchbare Muster herausgefiltert werden müssen. Oft muss auf die Sensoren außerdem ein Kontaktgel aufgetragen werden. Die neue Entwicklung von Emotiv Systems verzichtet jedoch darauf und vernetzt Gehirn und Computer ohne Gel. Viele Forscher zeigen sich trotz Demonstrationen auf einer Messe eher skeptisch, ob das junge Unternehmen auch wirklich halten kann, was es verspricht. (pte/red)