Jeder zehnte tödliche Unfall durch Raser:
Achtzig Prozent der Verursacher sind Männer

Bundes- und Landesstraßen als häufigste Unfallorte Jedes vierte Opfer kommt schuldlos ums Leben

Jeder zehnte tödliche Unfall durch Raser:
Achtzig Prozent der Verursacher sind Männer
© Bild: APA/DPA/Mahnke

Bei jedem zehnten tödlichen Verkehrsunfall ist der Lenker viel zu schnell unterwegs gewesen. Unfallverursacher sind in acht von zehn Fällen Männer. Schauplatz des Geschehens sind zumeist Bundes- und Landesstraßen, am seltensten Autobahnen. Jedes vierte Opfer kommt schuldlos ums Leben. Ein Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle sind Alleinunfälle. Das zeigt die Unfallanalyse des Bundesministeriums für Inneres (BMI).

Rasen ist laut Otmar Bruckner vom Verkehrsdienst des Innenministeriums bei fünf bis zehn Prozent aller tödlichen Unfälle die Hauptursache. 35,7 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle ereigneten sich 2007 aufgrund von unangepasstem Tempo. "Nicht angepasste Geschwindigkeit muss nicht unbedingt Rasen sein", meinte Bruckner. "Da reichen schon 40 Stundenkilometer auf Glatteis, um einen schweren Unfall zu verursachen." Überholunfälle rangieren an vierter Stelle (11,3 Prozent) der tödlichen Hauptunfallursachen. Dazwischen liegen auf Platz zwei Vorrangverletzung (13,5 Prozent) und Unachtsamkeit bzw. Ablenkung mit 10,6 Prozent an dritter Stelle.

Am gefährlichsten sind Bundes- und Landesstraßen, am sichersten Autobahnen. Was laut Experten darauf zurückzuführen ist, dass das höherrangige Straßennetz in Österreich relativ kurz ist. Von den 110.000 bis 150.000 Kilometern sind lediglich 2.000 Kilometer Autobahnen und Schnellstraßen. Ohne Kreuzungen und ohne Gegenverkehr fallen bestimmte Unfallrisiken weg.

"Freilandstraßen hingegen sind gut ausgebaut und lassen hohe Geschwindigkeiten zu. Bei guten Fahrbedingungen wird das aber oft falsch verstanden und viele fahren risikoreich", sagte Bruckner.

Die meisten tödlichen Verkehrsunfälle werden von Männern verursacht. Frauen fahren zum einen defensiver, andererseits legen Männer aber auch mehr Kilometer zurück, so der Fachmann zu möglichen Gründen.
(apa/red)