Jeder vierte Österreicher leidet an Allergie:
Nur Hälfte weiß über Krankheit Bescheid

Mangelhafte Diagnose und Behandlung von Allergien Zu wenige Betroffene unterziehen sich einem Test

Jeder vierte Österreicher leidet an Allergie:
Nur Hälfte weiß über Krankheit Bescheid
© Bild: APA/DPA/Roggenthin

Ein Viertel aller Österreicher leidet an Allergien. Aber nur die Hälfte davon hat sich einem Allergietest unterzogen und weiß über die chronische Erkrankung Bescheid. Im Durchschnitt dauert es sechs bis neun Jahre bis zur entsprechenden Diagnose, warnt die Österreichische Lungenunion (ÖLU). Sie stellte mit dem Allergen-Chip sowie mit rekombinanten Allergenen zwei Innovationen vor.

Laut ÖLU besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Allergikern und Asthmatikern. Rund 90 Prozent der Lungenkranken leiden gleichzeitig an Allergien. Umgekehrt bekommen an die 30 Prozent aller Allergiker Asthma. Dauert es neun Jahre bis eine Allergie diagnostiziert wird, so erkrankt ein Drittel der Betroffenen in dieser Zeit an Asthma. Otto Spranger, Sprecher der ÖLU fordert deshalb: "Kein Allergiker ohne Lungenfunktionstest, kein Asthmatiker ohne Allergietest."

Viele Patienten bleiben unentdeckt
Den hohen Anteil unbehandelter Patienten begründet die ÖLU damit, dass die Bedeutung dieses Problems vom Gesundheitssystem nicht wahrgenommen wird. Notwendig seien eine bessere Ausbildung der Allgemeinmediziner, ein Facharzt für Allergologie, Allergiezentren in allen Bundesländern und Information der Bevölkerung.

Mit dem Allergen-Chip können sich Patienten mit nur einem Tropfen Blut auf über 100 Allergien testen, so Rudolf Valenta, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI). Das Problem dieser Technologien sind die Kosten für eine Diagnose via Chip von 100 Euro, die der Patient selbst zu tragen hat.

Frühzeitige Behandlung wichtig
Werden Allergien frühzeitig behandelt und somit Asthmaerkrankungen vorgebeugt, ergebe sich ein enormes Sparpotenzial für das Gesundheitssystem. Während die Kosten für einen Heuschnupfen bei etwa 1.500 Euro pro Jahr liegen, kommt die Behandlung eines Asthmatikers auf mehr als das Sechsfache. (apa/red)