"Jeder hat kapiert, dass es um alles geht":
Kapitän Ivanschitz zieht positives Resümee

Österreichs Teamkapitän war stolz auf erste Halbzeit Neues 3-5-2-System als echte Option für die Zukunft

"Jeder hat kapiert, dass es um alles geht":
Kapitän Ivanschitz zieht positives Resümee © Bild: Reuters/Bader

Trotz der 0:3-Niederlage gegen Deutschland resümierte der Kapitän des österreichischen Fußball-Nationalteams, Andreas Ivanschitz, durchaus positiv. Die Freude über eine gelungene erste Spielhälfte gewann beim Griechenland-Legionär klar das Übergewicht über die Enttäuschung angesichts des letztlich so negativen Spielverlaufs. In der überraschend gewählten 3-5-2-Variante wollte Ivanschitz zudem eine echte Option für die Zukunft erkannt haben.

"Ich glaube, heute haben alle gesehen, dass wir sehr, sehr stark begonnen und eigentlich 45 Minuten dominiert haben", strich Ivanschitz erst die positiven Aspekte heraus. "Für mich war es einfach ein tolles Gefühl, am Platz zu stehen, weil die Mannschaft gekämpft hat, Fußball gespielt hat und zu Torchancen gekommen ist." Das Problem: "Wir hätten einfach führen müssen, das hätten wir uns einfach verdient. Keine Ahnung, warum es nicht reingegangen ist. Für uns ist das sicher unzufriedenstellend, weil wir in der letzten halben Stunde einfach untergegangen sind.

Seine Mitspieler bedachte der Burgenländer mit Lob: "Es war schon erstaunlich: Einige sind noch nicht in der Meisterschaft und spielen so ein tolles Spiel gegen internationale Klasseleute. Da hat jeder gesehen, dass der Biss da ist, und da hat jeder kapiert, dass es jetzt um alles geht. Und das haben wir heute gezeigt, auch wenn wir 0:3 verloren haben." Der Zukunft blickte er mit Zuversicht entgegen: "Das ist das, was uns weiterbringt, und wir werden dann auch das Glück haben."

"Wir haben noch nie mit diesem System gespielt, es war heute viel Risiko dabei", kommentierte der 24-Jährige die veränderte taktische Ausrichtung der Hickersberger-Elf. "Ein neues System kann natürlich auch in die Hose gehen." Die neue Variante sei am Dienstag nach dem Garics-Ausfall beschlossen worden. "Der Teamchef hat mit mir und dem Martin (Stranzl, Anm.) gesprochen, wir haben lange überlegt. Im Endeffekt hat sich der Teamchef für 3-5-2 entschieden, und wir haben alles richtig gemacht."

Fast alles, wie er freilich relativieren musste: "Wir hätten im Ballbesitz ruhiger bleiben sollen. Wir haben aber die Räume gesehen und wollten sie sofort nützen. Aber in manchen Situationen hätten wir noch cleverer spielen und Kraft sparen können."

In puncto Spielanlage hat Ivanschitz jedenfalls Gusto auf mehr bekommen: "Ich glaube, dass das ein System sein kann, das uns ganz gut passt. Vor allem, weil die Innenverteidigung gut gestanden ist, das Mittelfeld gut gearbeitet hat und wir mit zwei Spitzen sicher mehr Druck machen können. Ich denke, dass wir dieses Risiko auch in den nächsten Spielen eingehen können. Aber wir müssen das noch perfektionieren, jeder wird da auf seiner Position gefestigter sein müssen."

Dass man in seinem 36. Länderspiel den besten "ÖFB-Ivanschitz" aller Zeiten gesehen habe, wollte er freilich nicht ganz bestätigen: "Ich bin mit mir selbst nicht ganz zufrieden, weil wir verloren haben. Aber es freut mich schon, wenn ich gute Pässe spielen und der Mannschaft helfen kann. Ich stehe im Saft, bin voll drinnen, und ich hoffe, dass ich die Form noch steigern kann."
(APA/red)

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