Jeder kann jeden schlagen: Graz-Legionär Jakobsen erwartet offenen Abstiegskampf

Thoresen schaffte Sprung von Salzburg in die NHL Gefährlicher Torjäger Skröder verstärkt Wikinger

Für zwei Norweger ist das heutige Relegationsduell mit Österreich bei der Eishockey-WM in Moskau (14:15/LIVE auf networld.at!) ein besonderes Spiel. Verteidiger Tommy Jakobsen und Stürmer Patrick Thoresen treffen auf aktuelle oder ehemalige Klubkollegen. Jakobsen spielt für die Graz 99ers, Thoresen holte in der Vorsaison mit Red Bull Salzburg den Vize-Meistertitel.

Thoresen hat die Österreicher bereits besucht, sich mit den Salzburg-Spielern unterhalten. "Es ist eine kuriose Situation, aber auf dem Eis gibt es keine Freundschaften, schließlich geht es auch für Norwegen um das Überleben in der A-Gruppe", sagte der 23-Jährige.

Dabei war Thoresen gar nicht so lange in Salzburg. Er kam von Djurgaarden Stockholm nur für das Playoff, hat voll eingeschlagen und danach den Sprung in die NHL zu den Edmonton Oilers geschafft. 68 Spiele absolvierte er für die Oilers (4 Tore, 12 Assists) und kämpft im Unterschied zum zweiten Norweger in der NHL, Verteidiger Ole-Kristian Tollefs von den Columbus Blue Jackets, nun mit dem Nationalteam um den Klassenerhalt.

Der wäre für Norwegen nicht nur aus sportlicher Sicht sehr wichtig, meint er. Das norwegische Eishockey "hat nach wie vor finanzielle Probleme", in der A-Gruppe wäre es aber einfacher, Sponsoren zu angeln. "Wir wollen das eine Tor mehr schießen als der Gegner, egal wie".

Jakobsen, seit einem Jahr in Graz, ist ein alter WM-Haudegen. Der 36-Jährige ist seit 1989 dabei und bestreitet sein 15. WM-Turnier. Der Kampf um den Klassenerhalt ist sein ständiger Begleiter in der Elite. "Wir hatten auch viel Pech, haben zwei Tore von hinter der Torlinie bekommen. Ich habe gehofft, dass es nicht so weit kommt", erklärte der Verteidiger.

Trotz der schwierigen Abstiegsrunde mit Lettland und der Ukraine sieht er durchaus Chancen für die Norweger. "Die Relegation ist immer sehr schwer, egal auf wen man trifft. Das hat man bei der WM 2005 gesehen, da hat auch niemand geglaubt, dass Österreich und Deutschland absteigen werden", erinnerte er an das Turnier in Wien. Österreich habe eine gute Mannschaft, die sich aber erst finden müsse. Die Ankündigungen im Vorfeld, man will mit den Großen mitspielen, hat er als unpassend empfunden. "In Norwegen gibt es ein Sprichwort: Man muss den Finger in die Erde stecken, damit man fühlen kann, wo man steht", sagte Jakobsen.

Er und sein Team bekommen für die entscheidenden Partien noch Verstärkung. Per-Aage Skröder von MODO kommt, der Stürmer war mit 30 Treffern zweitbester Torschütze im Grunddurchgang der schwedischen "Elitserien",

(apa/red)