Jeder 20. Unfallenker lässt Opfer im Stich:
Fahrerflucht kann für Opfer Todesurteil sein

"Fahrerflucht ist ein schwerwiegendes Delikt" Fußgänger von Fahrerflucht besonders betroffen

Jeder 20. Unfallenker lässt Opfer im Stich:
Fahrerflucht kann für Opfer Todesurteil sein

Jeder 20. Unfalllenker in Österreich begeht laut ÖAMTC Fahrerflucht. Bei insgesamt 1.969 Unfällen, bei denen das Opfer im Stich gelassen wurde, verstarben im Vorjahr 16 Menschen. In den vergangenen drei Jahren waren es 37. Die meisten fahrerflüchtigen Lenker, nämlich 369, waren im Vorjahr in Wien unterwegs, gefolgt von Oberösterreich (348), der Steiermark (336), Niederösterreich (284), Tirol (205), Salzburg (158), Kärnten (156), Vorarlberg (92) und dem Burgenland (21).

"Fahrerflucht ist ein schwerwiegendes Delikt und kann das Todesurteil für das Unfallopfer bedeuten", warnte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. Auffallend oft sind Fußgänger betroffen. "In den vergangenen drei Jahren starben 37 Menschen bei Fahrerfluchtunfällen, davon waren 18 - also fast die Hälfte - Fußgänger", sagte Donosa.

Die Motive für Fahrerflucht können unterschiedlich sein. Generell stelle ein Unfall für die meisten Betroffenen eine extreme Stresssituation dar. Einige geraten daraufhin in Panik und reagieren mit Verdrängung und Flucht. Andere wiederum fürchten die Konsequenzen und wollen sich schlichtweg vor der Verantwortung drücken. Donosa: "Die Angst vor Bestrafung und Führerscheinverlust kann zu Panik- und Kurzschlussreaktionen führen." Auch eine Alkoholisierung des Lenkers spielt oft eine Rolle. Zehn Prozent der im Vorjahr ausgeforschten fahrerflüchtigen Lenker standen laut ÖAMTC unter Alkoholeinfluss.

Neben einer Verwaltungsstrafe drohen bei Fahrerflucht bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Außerdem kann in diesem Fall die Haftpflichtversicherung das an den Geschädigten ausbezahlte Geld vom fahrerflüchtigen Lenker zurückfordern. Für das Unfallopfer gibt es seit 1. Juli 2007 eine Neuerung: Sachschäden werden bei Unfällen mit Fahrerflucht zumindest dann ersetzt, wenn Personen schwer verletzt oder gar getötet worden sind. "Den Selbstbehalt in der Höhe von 220 Euro muss das Unfallopfer selbst tragen. Das ist absolut ungerechtfertigt ", kritisierte der Club am Montag in einer Aussendung.

(apa/red)