Jede vierte berufstätige Frau arbeitet Teilzeit: Österreich weit über EU-Schnitt:

Bartenstein: "Kein Problem, Frauen damit zufrieden" AK widerspricht: "Reicht meistens nicht zum Leben"

In Österreich arbeiten immer mehr Frauen Teilzeit - ob dies gewollt oder ungewollt ist, darüber gehen die Ansichten auseinander. Vier von zehn beschäftigten Frauen arbeiten bereits Teilzeit, das liegt deutlich über dem EU-Schnitt. Wirtschafts- und Arbeitsminister Bartenstein sieht darin offenbar kein Problem und erklärte, das Gros der Frauen sei mit ihrer Teilzeitarbeit zufrieden.

Die Arbeiterkammer sagt jedoch, ebenfalls mit Verweis auf eine Befragung, das Gegenteil: Mangelndes Kinderbetreuungsangebot würde die Frauen in Teilzeitarbeit drängen.

Bartenstein zitierte in der ORF-Sendung "Offen gesagt" eine Studie des Fessel-GfK-Instituts vom Sommer 2005, bei der 79 Prozent von 181 befragten Frauen die Frage, ob sie lieber Vollzeit arbeiten würden, mit Nein beantworteten.

Ein konträres Bild zeigt jedoch die Arbeitskräfteerhebung 2004 der Statistik Austria, auf die sich die AK beruft. Hier gaben nicht einmal 15 Prozent der Teilzeitbeschäftigten an, dass sie keine Vollzeittätigkeit wollen. "Sie arbeiten in atypischen und prekären Beschäftigungsverhältnissen, unregelmäßig, mit Unterbrechungen, auf Teilzeitbasis, geringfügig oder als freie Dienstnehmerinnen", betont AK-Präsident Tumpel. "Ein Teilzeitjob allein reicht meistens nicht aus, um davon leben zu können".

In Österreich ist die Frauenarbeitslosigkeit im Vergleich zu 1995 gestiegen, während sie in den EU-15 gesunken ist. Ebenfalls stärker gestiegen als im EU-Vergleich ist in Österreich auch die Teilzeitbeschäftigung von Frauen. Während auf EU-Ebene Frauenteilzeit mit einem Drittel in den vergangenen zehn Jahren relativ konstant blieb, verzeichnete Österreich einen starken Anstieg von rund 27 auf 40,6 Prozent im Vorjahr.

(apa)