Jede fünfte Frau in Österreich misshandelt: UNO startet Welttag gegen Gewalt an Frauen

Ab jetzt wehen in Österreich 16 Tage blaue Fahnen Viele Frauen immer noch als "Eigentum" gesehen

Die UNO hat den 25. November zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ausgerufen. Aus diesem Anlass wehen 16 Tage lang blaue Fahnen auf österreichischen Rathäusern, Ministerien und anderen öffentlichen Einrichtungen. Die Aktion im Rahmen der Kampagen "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" findet in Österreich zum vierten Mal statt.

Laut Schätzungen hat jede fünfte Frau in Österreich mindestens ein Mal Gewalt durch einen nahen männlichen Angehörigen erfahren, so die "Informationsstelle gegen Gewalt". Aber immer mehr Betroffene suchen Hilfe. Leider gebe es noch immer Männer, die Frauen als Eigentum sehen, über das sie verfügen können, hieß es seitens der Katholischen Frauenbewegung Österreich. Viele Frauen wollen das Bild der friedvollen christlichen Familie aufrechterhalten und bringen Gewaltthemen gar nicht zur Sprache.

Aber auch auf internationaler Ebene gibt es vielfältige Formen der Gewalt gegen Frauen. Pro Jahr werden etwa 5.000 Frauen weltweit von ihren Familien im Namen der Ehre ermordet, schätzt der UN- Bevölkerungsfonds (UNFPA). Auch kulturelle und gesellschaftliche Traditionen wie Genitalverstümmelungen oder Zwangsheiraten seien weit verbreitet.

Mehr als 130 Millionen Mädchen und Frauen haben auf Grund traditioneller Praktiken so genannte Beschneidungen hinter sich. Vor allem in Afrika und im Mittleren Osten werden diese Bräuche praktiziert. Negative Auswirkungen gibt es in verschiedenen Ländern auch durch vorgeburtliche Geschlechtsauswahl, bei der Söhne bevorzugt werden, oder einschränkende Ernährungsvorschriften - zum Beispiel für schwangere Frauen. (apa)