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Leiser Wolkenkratzer-Abriss

VIDEO: In Tokio wird spektakuläre und umweltschonende Demontage getestet

Akasaka Grand Prince hote © Bild: 2008 AFP

Wolkenkratzer abzureißen, erfordert in Großstädten wie Tokio hochmoderne Technologien, besonders dann, wenn die Gebäude-Strukturen 100 Meter überragen. Ein neues Verfahren wurde nun bei dem 138,9 Meter hohen Grand Prince Hotel Akasaka in Tokio getestet: Das Gebäude wurde von innen abgetragen.

Das Verfahren namens Tecorep (Taisei Ecological Reproduction System) soll das Arbeiten sicherer machen, Lärm reduzieren und Staub minimieren, indem man die Abrissarbeiten ausschließlich im Inneren des Gebäudes vornimmt. Zum ersten Mal in Einsatz kam die Methode bei dem Tokioter Bauträger Taisei Corp, als das 138,9 Meter hohe Grand Prince Hotel Akasaka abgetragen werden sollte.

Normalerweise, wenn so hohe Gebäude abgerissen werden sollen, werden die Seiten abgedeckt , während das Top von schweren Maschinen nach oben hin geöffnet wird. Auch Kräne kommen zum Einsatz, um den Bauschutt zu Boden zu tragen. Bei der Höhe des Hotels hätte die konventionelle Methode jedoch ein Sicherheitsrisiko dargestellt.

Das Grand Prince Hotel Akasaka ist das erste Gebäude in Tokio von der stattlichen Größe über 100 Meter, das abgerissen werden sollte - wird aber nicht das einzige bleiben. Der Technische Leiter Hideki Ichihara meint, laut Statistik würden die meisten Gebäude über 100 Meter nach durchschnittlich 30 bis 40 Jahren abgerissen. Japan hat 797 davon - 99 werden in zehn Jahren 30 bis 40 Jahre alt - also abrissfertig - sein.

Doch wie funktioniert das Tecorep-Verfahren?

Die Grundidee ist es, eine Struktur in einem geschlossenen Raum zu demontieren - im Gegensatz zum traditionellen Weg, bei dem von außen gearbeitet wird. Der Abriss beginnt in den oberen Stockwerken. Das Dach wird von temporären Stützpfeilern gehalten und schrittweise gesenkt. Bisher ist das ehemalige Hotel bereits um über 30 Meter geschrumpft - fertig soll der Abriss dann im späten Frühjahr sein.

Beim Absenken wird Strom erzeugt

Beim Absenken von Material aus großer Höhe wird auf ökologische Weise eine Menge Strom erzeugt, nach einem ähnlichen Prinzip wie regenerative Bremsen bei Autos. Taisei hofft, dass die neuen Erkenntnisse dieser Vorgehensweise auch in anderen Ländern zum Einsatz kommt.

Weiterführender Link:
Artikel in Japan Times

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