Mord von

Japan: Fünf Senioren erstochen

Offenbar psychisch kranker Mann festgenommen - Opfer auf einem Bauernhof gefunden

Messer als Mordwaffe, Symbolbild
© Bild: Thinkstock

Ein sogenannter Hikikomori hat in Japan fünf Senioren erstochen. Die Opfer wurden am Montag auf einem Bauernhof auf der Insel Awajishima im Westen des Landes gefunden, teilte die Polizei mit. Beim Beschuldigten handelt es sich Medienberichten zufolge um einen "Hikikomori" - so werden in Japan Menschen genannt, die sich über lange Zeit in ihrer Wohnung verkriechen.

Die Polizei war von der 32-jährigen Tochter von zwei der Getöteten alarmiert worden. Im Haupthaus des Bauernhofs fanden die Beamten die blutüberströmten Leichen einer Frau und eines Mannes um die 80 Jahre. Zwei bewusstlose Frauen im Alter von 60 und 80 Jahren seien in einem anderen Gebäude entdeckt worden, während ein schwer verletzter Mann um die 60 Jahre draußen gefunden worden sei. Die drei Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht, doch konnten die Ärzte dort nur noch ihren Tod feststellen.

Eine Polizeisprecherin sagte, ein 40-jähriger Arbeitsloser sei unter Tatverdacht festgenommen worden und habe die Tat gestanden. Japanischen Medienberichten zufolge war seine Kleidung voller Blut.

Täter verließ selten sein Haus

Der Mann lebte der Nachrichtenagentur Jiji Press zufolge mit seinem Vater und seiner Großmutter in der Nähe des Tatorts. Anrainer sagten, er lebe seit seiner Schulzeit weitgehend isoliert und verlasse selten das Haus. Von dem "Hikikomori"-Problem sind in Japan vor allem Jugendliche und junge Erwachsene betroffen. Sie ziehen sich teilweise über Jahre in ihr Zimmer zurück und haben keinen oder nur wenig Kontakt zur Außenwelt.

Der mutmaßliche Täter hatte sich in den vergangenen Wochen aber offenbar mehrfach über den Onlinedienst Twitter zu Wort gemeldet. In einer Kurznachricht tauchen sogar die Adresse und eine Karte des späteren Tatorts auf. In anderen Tweets ging es um Themen wie Telepathie oder Stalking.

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