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Japan dringt auf neue
Sanktionen gegen Nordkorea

"Starke Resolution" nötig

Japan dringt nach dem jüngsten Raketentest auf eine Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea. Es sei eine "starke Resolution" nötig, und er werde sich dazu mit den USA abstimmen, kündigte der UN-Botschafter Koro Bessho am Mittwoch in New York an.

Auch andere Mitglieder des UN-Sicherheitsrates zeigten sich für ein weiteres Anziehen der Sanktionsschraube offen, obwohl die Strafmaßnahmen erst zu Monatsbeginn verschärft wurden. Der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft sagte, die bisherigen Sanktionen hätten nicht zum Einlenken der Führung in Pjöngjang geführt. "Die Zeit ist reif, weitere Beschränkungen in Betracht zu ziehen."

Die Befürworter einer weiteren Verschärfung argumentieren, dass der jüngste Raketentest von Dienstag sich in wichtigen Punkten von bisherigen unterscheide: So sei - anders als bei einem ähnlichen Zwischenfall 2009 - keine vorherige Warnung gegeben worden, dass Japan von einer Rakete überflogen werde. Zudem habe es sich diesmal um eine Rakete zum Transport eines Sprengkopfs gehandelt und nicht, wie von Nordkorea 2009 angegeben, um eine Trägerrakete für einen Satelliten.

Neue Sanktionen würden wahrscheinlich auf den Widerstand von Russland und China stoßen, die eine Verschärfung bestehender Strafen in der Regel erst bei Atomtests oder dem Abfeuern von Langstreckenraketen befürworten. Sollte es dennoch zu neuen Sanktionen kommen, könnten diese das Überweisungen nordkoreanischer Arbeiter in die Heimat betreffen. Diplomaten zufolge arbeiten bis zu 100.000 Nordkoreaner teilweise zwangsweise im Ausland, um Devisen zu beschaffen. Einem UN-Bericht von 2015 zufolge verdienen die vor allem in Russland und China arbeitenden Menschen 1,2 bis 2,3 Milliarden Dollar pro Jahr.

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