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In Japan herrscht Baby-Mangel

Es droht eine Überalterung der Gesellschaft

In Japan gibt es immer weniger Kinder. Zum ersten Mal sei die Zahl der Neugeborenen unter die Marke von einer Million Babys gefallen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag aus Regierungskreisen erfuhr. Demnach werden bis Jahresende 2016 voraussichtlich nur rund 980.000 Kinder geboren worden sein.

Zugleich altert Japan so rasant wie kein anderes Industrieland. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt ist inzwischen älter als 65 Jahre.

Als Folge ist die Bevölkerung der drittgrößten Wirtschaftsnation der Welt seit 2005 real am schrumpfen. In dem Jahr war die Geburtenquote in Japan auf ein Rekordtief von 1,26 gesunken. Erforderlich wären 2,08 Geburten gewesen, um die Bevölkerungszahl von rund 127 Millionen stabil zu erhalten.

Seither hat sich die Geburtenquote zwar erholt und lag im vergangenen Jahr bei 1,45 und damit auf dem höchsten Stand seit 21 Jahren. Doch ob der rechtskonservative Ministerpräsident Shinzo Abe sein Ziel einer Geburtenrate von 1,8 bis zum Jahr 2025 erreicht, gilt angesichts der sinkenden Zahl an Babys als ungewiss. In den 70er-Jahren waren jährlich noch mehr als zwei Millionen Kinder zur Welt gekommen.

Hintergrund ist unter anderem ein Trend unter jungen Japanerinnen und Japanern, immer später zu heiraten und damit auch die Geburt des ersten Kindes hinauszuschieben. Außerdem sind immer weniger Frauen bereit, für Kinder auf ihre Karriere zu verzichten. Wegen des demografischen Wandels wird in Japan die Frage der künftigen Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme immer stärker diskutiert. Zudem herrscht in einigen Sektoren der Wirtschaft schon jetzt ein Mangel an Arbeitskräften, auch mangels Zuwanderung.

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