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Jansrud gewinnt Weltcupabfahrt

Norweger gelingt Favoritensieg - So haben die Österreicher abgeschnitten

Kjetil Jansrud © Bild: APA/AFP PHOTO / JUNG YEON-JE

Der Norweger Kjetil Jansrud hat am Samstag bei der alpinen Weltcup-Abfahrt in Jeongseon in Südkorea einen Favoritensieg gelandet. Der Erfolg des 30-jährigen ist bereits der sechste für Norwegen im achten Saisonbewerb dieser Disziplin. Jansrud gewann den Olympia-Testbewerb für 2018 mit 0,20 Sekunden Vorsprung auf den Südtiroler Dominik Paris und 0,41 auf den US-Amerikaner Steven Nyman. Otmar Striedinger kam auf Platz sechs.

»Bin glücklich, dass ich nun auch endlich mein erstes Speedrennen gewonnen habe«

Der Erfolg von Jansrud hatte sich bereits im Training abgezeichnet, es war der 17. für das Wikinger-Herrenteam 2015/2016. Es ist der erste des Speed-Dominators des vergangenen Winters im aktuellen in einer schnellen Disziplin und der 13. seiner Karriere überhaupt. In der Abfahrtswertung fehlen Jansrud als Drittem noch 109 Punkte auf Aksel Lund Svindal, der verletzungsbedingt der Kugel-Entscheidung nur noch zuschauen kann, Peter Fill (ITA) liegt 71 Zähler hinter Svindal.

"Ich bin glücklich, dass ich nun auch endlich mein erstes Speedrennen in diesem Winter gewonnen habe. Ich bin nicht mit so viel Selbstvertrauen wie im Jahr davor in die Saison gestartet. Das ist keine Entschuldigung, aber es gibt nun mal eine Gruppe guter Skifahrer", sagte Jansrud, der wie seine Podiumskollegen "viel Spaß" mit der neuen Strecke hat. "Ich mag den Berg, er ist cool", meinte Paris. "Ich genieße die Abfahrt hier, auch wenn sie etwas kurviger als andere ist. Du musst clever fahren ", erklärte Nyman nach dem historischen Rennen, fand doch erstmals eine Weltcup-Abfahrt in Südkorea statt.

So haben die Österreicher abgeschnitten

Dem Kärntner Otmar Striedinger fehlten auf der von Pistenbauer Bernhard Russi designten Abfahrtstrecke am 1.561 m hohen Gariwang-san nur 11/100 auf Platz drei, im Weltcup war er bisher nur dreimal besser als Sechster. "Das war ein gutes Rennen. Natürlich findet man, wenn man will, das eine oder andere noch, aber ich darf nicht unzufrieden sein", sagte der 24-Jährige. "Wenn man da einmal einen Fehler hat, wirkt es sich natürlich mehr aus, weil das Gelände nicht so steil ist. Aber ich brauche nicht jammern."

»Die Sprünge waren am Limit«

Die Sprünge seien am Limit gewesen, meinte Striedinger: "Überhaupt von der Höhe her, die Weite hätte es vertragen. Die Belastung beim Aufsprung auf dich ist um einiges höher, als wenn du von weiter oben kommst." Dem stimmte auch Hannes Reichelt zu, der als Zwölfter 0,86 Sekunden Rückstand hatte. "Mit tut der Körper nach den Sprüngen hier mehr weh als nach den Schlägen (auf der Piste/Anm.) in Santa Caterina. Ich habe gestern das Knie schon ziemlich gespürt, das ich in Kitzbühel beleidigt habe. Das geht auf Hüfte und Knie, aber während des Fahrens spürt man nichts. Es sind halt die Nachwehen."

Seiner Fahrt selbst wird noch eine genaue Analyse folgen. "Ich habe ein paar Fehler gemacht, Fehler sind gleich mal Zeit. Der Rest ist das, was ich nicht weiß, warum ich nicht ganz so schnell bin. Es war keine Steigerung, auch wenn der Rückstand (im Vergleich zu den Trainings/Anm.) weniger war. Aber das war das Maximum, was ich da runter kann", behauptete der 35-Jährige.

Romed Baumann war mit 0,78 Sekunden Rückstand Neunter. "Ich weiß nicht so genau, vielleicht war ein bisschen Wind auf der Strecke. Oder es sind nur die Kleinigkeiten, die man falsch macht und man hat gleich einmal eine halbe Sekunde hängen." Er ärgert sich, weil er "schon um das Stockerl mitfahren" hätte können. "Da wäre mehr drinnen gewesen, das wurmt mich. Aber es ist einfach eine Saison, wo nichts von alleine geht."

Auf Rang 24 kam Klaus Kröll. Auch er weiß, dass die mit vielen Kurven, Wellen und Sprüngen gebaute Strecke keine Fehler verzeiht: "Es ist schwierig, auf dieser Abfahrt schnell zu sein. Ich bin genau eine Kurve nicht sauber gefahren. Da spürst du dann richtig, wie du langsam wirst, im Flachen bremst es dich. Wenn du die Spur verlässt und korrigieren musst, zählt es dir die Zehntel rauf. Schade drum", meinte der Steirer. Die Sprünge waren auch nach seiner Meinung "generell am Limit". Sie gehen an die 50, 60 m Meter weit.

Kopfschüttelnd verließ Vincent Kriechmayr (29.) den Zielraum. "Irgendwas ist heute schief gelaufen. Ich muss das analysieren. Ich bin ratlos. Mit einem kleinen Fehler lässt sich so eine Schnalze nicht erklären. Morgen ist alles anders", hoffte er auf den Super-G am Sonntag. Patrick Schweiger kam über Platz 38 nicht hinaus. Die spektakulärste Aktion lieferte Garmisch-Sieger Kilde, der bei der Landung nach einem Sprung einen Ski verlor und ohne Sturz die gefährliche Situation ausbalancierte.

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