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Janko auf der Siegerstraße

Goalgetter trifft am Fließband und rechnet auch gegen Liechtenstein mit einem Sieg

Marc Janko im Teamtraining. © Bild: APA/Robert Jaeger

Selten zuvor in den vergangenen Jahren ist Marc Janko in derart blendender Verfassung zu Österreichs Fußball-Nationalteam angereist wie zu den bevorstehenden Länderspielen am Freitag in Vaduz gegen Liechtenstein und am darauffolgenden Dienstag in Wien gegen Bosnien-Herzegowina. Nachdem er bei Trabzonspor jahrelang am Abstellgleis war, trifft der Stürmer derzeit bei Sydney FC fast wie am Fließband.

"Es ist mir schon einmal schlechter gegangen. Ich fühle mich fit und gut und habe meinen Spielrhythmus gefunden", erklärte der Niederösterreicher am Montag nach der ersten ÖFB-Einheit in Wien.

Jankos Bilanz steht bei 16 Toren in 19 Liga-Partien - kein Wunder also, dass sein Club an einer längeren Zusammenarbeit interessiert ist. Der 31-Jährige zeigte sich diesbezüglich jedoch abwartend. "Mein Vertrag läuft bis Ende Mai, was dann passiert, ist Zukunftsmusik. Jetzt konzentriere ich mich voll auf das Nationalteam."

Auf defensives Liechtenstein eingestellt

Gegen Liechtenstein sind die Goalgetter-Qualitäten Jankos gefragt, schließlich wartet in Vaduz ein Gegner, der sich wohl vor dem eigenen Tor verbarrikadieren wird. "Die Liechtensteiner werden hinten drin stehen, da müssen wir unsere wenigen Chancen nützen", forderte der Ex-Salzburger.

Ein Spiel wie am Freitag bedeutet laut Janko für einen Mittelstürmer eine besondere Herausforderung. "Für einen Angreifer ist das wenig aufregend, weil man nicht viele Räume hat. Man muss versuchen, Räume zu schaffen und richtig zu stehen."

Marc Janko
© APA/Jäger Marc Janko glaubt an einen Sieg gegen Liechtenstein.

Der 43-fache Internationale (18 Tore) bekommt es in Vaduz voraussichtlich mit dem 40-jährigen Ex-Serie-A-Profi Mario Frick als Gegenspieler zu tun. Auf einen Verteidiger in dieser Altersklasse traf Janko in Pflichtspielen bisher noch nie. "Vielleicht einmal im Training gegen einen Co-Trainer", vermutete Janko. "Aber Frick wird das mit seiner Erfahrung wettmachen. Auf diesem Niveau gibt es keine Frühstücksgegner."

Janko siegessicher

Bei allem Respekt vor Frick und Co. zeigte sich Janko optimistisch, dass die ÖFB-Auswahl am Freitag ihren vierten EM-Quali-Sieg in Folge einfährt. "Wir sind jetzt erfahrener und gereift und nehmen jeden Gegner zu 100 Prozent ernst", betonte der Australien-Legionär.

Durch seine Erfolge in "Down Under" rückte laut Janko der österreichische Fußball in seiner Wahlheimat in den Blickpunkt. "Seit ich dort spiele, verfolgen die Leute den österreichischen Fußball. Das Bewusstsein ist da, dass es uns auch gibt."

Kein Australien-Trip für Koller

Zu einer Beobachtungsreise von ÖFB-Teamchef Marcel Koller nach Sydney kam es bisher noch nicht - sehr zum Leidwesen von Janko. "Ich freue mich immer über bekannte Gesichter und würde versuchen, ihm die Sightseeing-Tour so angenehm wie möglich zu machen", schmunzelte der Teamspieler.

Ein Australien-Trip Kollers wird aber wohl noch längere Zeit auf sich warten lassen. "Zwei, drei Wochen Australien habe ich vom ÖFB noch nicht bewilligt bekommen", scherzte der Schweizer. "Aber wir sind über seine Partien am Laufenden. Ich freue mich, dass er so gut spielt. Das tut uns gut, doch wir haben schon vorher seine Qualitäten erkannt", erklärte Koller.

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