Janko lobt Teamkollegen Schimpelsberger:
Spielte gegen Werder "sensationelle Partie"

Twente Enschede im Kampf um Aufstieg voll dabei Bremen steht nach Niederlage mit Rücken zur Wand

Janko lobt Teamkollegen Schimpelsberger:
Spielte gegen Werder "sensationelle Partie" © Bild: GEPA/Pro Shots

Der Jüngste des Österreicher-Treffens in der Fußball-Champions-League hat am Dienstagabend die Entscheidung im Gruppe-A-Spiel zwischen Werder Bremen und Twente Enschede eingeleitet. Der 19-jährige Michael Schimpelsberger bereitete fünf Minuten nach seiner Einwechslung das Führungstor (81.) der Niederländer beim 2:0-Sieg vor und heimste von seinem routinierten Vereinskollegen Marc Janko viel Lob ein. "Er hat eine sensationelle Partie gespielt", sagte der ÖFB-Teamkapitän.

Janko hat sich mit seinem Landsmann gefreut, "weil ein junger Österreicher auf diesem Level für Furore gesorgt hat". Schimpelsberger hat schon im Training gezeigt, dass er für höhere Aufgaben bereit ist. Nach seinem Liga-Debüt in der Ehrendivision am Wochenende (1:0 in Eindhoven gegen PSV) setzte ihn sein Trainer Michael Preud'homme erstmals auch in der "Königsklasse" ein. Der Mann mit der Rückennummer 36 bedankte sich für das Vertrauen, das der belgische Ex-Teamkeeper in ihn gesetzt hatte.

"Das ist eine tolle Woche für mich"
Der in Linz geborene Defensivmann, der über die Akademien der Wiener Austria und der Salzburger Bullen 2008 den Weg zum niederländischen Meister gefunden hatte und 2011 in Kolumbien im U20-WM-Turnier auffallen will, vermochte sein Glück innerhalb von vier Tagen kaum zu fassen. "Das ist eine tolle Woche für mich". Er zählte an diesem Abend zu den zufriedensten Akteuren und stand den Journalisten nach dem Abpfiff auf Deutsch und Holländische Rede und Antwort.

Er erzählte, wie er Wesley den Ball abgenommen hatte, nach vorne gelaufen war, mit einem Diagonalpass freien Raum zum Führungstor durch einen abgefälschten Schuss von Nacer Chadli ermöglicht hatte. Seine dynamische Art sei eben eine seiner Stärken, meinte der Champions-League-Neuling. Drei Minuten nach seinem Assists war die Partie durch das 2:0 von Luuk de Jong entschieden und Twente als Tabellendritter wieder im Rennen um den Einzug ins Achtelfinale.

"Spiel war Werbung für den Fußball"
"Uns ist alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten. Da beiden Teams nur ein Sieg half, haben sich alle taktischen Fesseln früh gelöst. Das Spiel war dann wirklich Werbung für den Fußball", sagte Janko, der zwei große Torchancen vorgefunden hatte, doch sei er eben nicht Sprintstar Usain Bolt. Trotzdem überwog bei ihm die Freude. Auch deshalb, weil Twente wie Werder viele Spieler hatte ersetzen müssen. Der niederländische Meister hatte u.a. seinen Regisseur Theo Janssen vorgeben müssen.

Schimpelsberger, Janko und Co. freuen sich, dass sie nun im Kampf um den Aufstieg wieder voll dabei sind. "Jetzt müssen wir das Heimspiel gegen Tottenham gewinnen und dann schauen, was wir in Mailand gegen Titelverteidiger Inter Mailand holen können", so der niederösterreichische Stürmer, der nach dem Schlusspfiff noch Prödl trösten und mit ihm plaudern wollte. Dazu kam es aber nicht, weil Werder-Manager Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf ihre Schützlinge um sich versammelten.

Werder Bremen mit Rücken zur Wand
Das Duo sprach mit der Mannschaft, die im DFB-Cup out, in der Liga nur Mittelmaß ist und jetzt in der Champions League ohne Sieg als Gruppenletzter mit dem Rücken zur Wand steht. "Die Mannschaft hat mit Herz gespielt, ist aber leider nicht belohnt worden. Das tut richtig weg. Mit dem dritten Gruppen-Rang wären wir schon zufrieden", meinte Allofs, und Schaaf sagte: "Die Mannschaft hat sich sehr bemüht, kann ihre Möglichkeiten im Moment aber nicht nützen."

Kapitän Torsten Frings, der beim Stande von 0:0 wegen einer Notbremse am starken Bryan Ruiz vom Platz geflogen war (75.), sah trotz der Niederlage einen "Schritt nach vorne" und sprach davon, dass "wir für unseren Aufwand nicht belohnt werden". Prödl, der Frings in der Innenverteidigung Platz gemacht hatte und als rechter Verteidiger durchgespielte, brachte es auf den Punkt: "Jetzt müssen wir noch enger zusammenstehen." Sky-Experte und Ex-Bremer Andreas Herzog, der vom in der 59. Minute eingewechselten Marko Arnautovic das Leiberl geschenkt bekommen hat, sagte zum Werder-Problem: "Obwohl Chancen erspielt werden, fehlen nach dem Abgang von Diego und Özil die gewisse Leichtigkeit und die Kreativität."

(apa/red)