Jahrzehnt wird laut IISS-Militärbericht "noch gefährlicher"

von Jahrzehnt wird laut IISS-Militärbericht "noch gefährlicher" © Bild: APA/APA/AFP/GENYA SAVILOV

Kein Ende der Konflikte absehbar

Mit dem Krieg in Nahost, der andauernden russischen Invasion in der Ukraine sowie Spannungen in Asien und Konflikten in Afrika zeichnet sich nach Einschätzung von Experten ein "noch gefährlicheres Jahrzehnt" für die Menschheit ab. Die Welt sei in ein "höchst unbeständiges Sicherheitsumfeld" eingetreten, das anhalten werde, heißt es im Jahresbericht zum militärischen Gleichgewicht des britischen Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS).

In der Folge könnten die weltweiten Militärausgaben in diesem Jahr auf einen Rekordwert steigen. Die derzeitige militärisch-sicherheitspolitische Lage sei der Vorbote eines "wahrscheinlich noch gefährlicheren Jahrzehnts", das davon geprägt sei, dass Staaten ihre militärische Macht ausnutzten, um ihre Ansprüche durchzusetzen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Diese unsichere Situation führt demnach zu einer Neuordnung der weltweiten Verteidigungsindustrie - mit einer Aufstockung der Waffenproduktion in den USA und Europa.

Aufgrund des Kriegs in der Ukraine sowie wachsenden Spannungen mit China sind die weltweiten Militärausgaben den Experten zufolge im vergangenen Jahr um neun Prozent auf einen Rekordwert von 2.200 Milliarden US-Dollar (2.000 Milliarden Euro) gestiegen. Dieser könnte sich demnach in diesem Jahr sogar noch erhöhen. Russland und China investieren den Experten zufolge mittlerweile mehr als 30 Prozent ihrer Staatsausgaben in die Verteidigung, während der Westen die Produktion von Raketen und Munition nur langsam erhöht.

Von den NATO-Staaten gaben den IISS-Angaben zufolge nur zehn Mitglieder den festgelegten Satz von mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Verteidigung aus. Nach einer Schätzung von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg werden 2024 allerdings bereits rund zwei Drittel der NATO-Länder das Zwei-Prozent-Ziel erreichen, wie Bündnis-Mitarbeiter am Dienstag in Brüssel mitteilten.

Ex-US-Präsident Donald Trump hatte mit einer Aussage bei einem Wahlkampfauftritt die Debatte über langfristig höhere Militärausgaben befeuert. Der Republikaner hatte damit gedroht, NATO-Ländern bei einem Angriff nicht zu Hilfe kommen, die nicht genug für Verteidigung ausgäben. Er würde dann die Russen sogar ermutigen mit diesen Ländern zu tun, "was immer sie wollen".