Kommentare

Nudlsupp melden

Bedauerlich finde ich, daß angeblich "Griechenland" mit so horrenden Zahlungen unterstützt wird, die Griechen aber nicht mal was haben davon. Dieses Bankenrettungspaket, welches mit dem Etikett "Griechenland-Hilfe" versehen wurde, wird uns sicher noch eine Weile beschäftigen. Leider ist es uns noch nicht gelungen, wird es ohne mutige Volksvertreter, die grenzüberschreitend agieren, auch weiterhin nicht gelingen, uns aus dem Würgegriff der Banken zu befreien.

Jedem, der aber Angst um sein Geld hat, empfehle ich in Sachwerte zu gehen, auf youtube den Begriff Giralgeldschöpfung einzugeben, und sich entspannt zurück zu lehnen.

Die Aussichten für 2013 halte ich wie die letzten Jahre auch für sehr positiv. Klar gibt es viel zu tun, die Aufgaben werden nicht weniger. Ich aber bin nach wie vor froh, in Mitteleuropa zu wohnen, und nicht in China, Nordkorea, Afghanistan, Iran, Israel, Syrien, Somalia, oder einem vergleichbaren Staat zu wohnen.

Lieber ärgere ich mich über korrupte Politiker, als für Systemkritik in unmenschliche Gefängnisse verfrachtet zu werden, lieber ärgere ich mich über zu geringe Erhöhungen der Renten, als heute nicht zu wissen, ob ich morgen was zu essen habe. Lieber ärgere ich mich über Pisa-Resultate, als ein leben lang ein Analphabet unter vielen zu sein, der von Geburt an keine Perspektive hat. Lieber ärgere ich mich über ein Versagen der Politik als in einer unmenschlichen Diktatur zu wohnen, wo die Armee auf die eigene Bevölkerung schießt.

Nene, wir haben keinen Grund uns selbstgefällig zurück zu lehnen, aber verdammt noch mal, lasst uns nicht immer alles schlechter reden als es ist. Ich bleibe dabei, die allermeisten von uns, mit allen Problemen die jeder hat, wir haben das Privileg auf hohem Niveau zu jammern.

melden

Da bewundere ich Sie ehrlich gesagt ob Ihres Optimismus. Und ich will die Dinge auf keinen Fall schlecht reden, es reicht ja schon wenn man's realistisch betrachtet. Wenn die Amerikaner sich nicht einigen und es schaffen die Situation in den nächsten Tagen zu stabilisieren, werden wir die ersten sein, die drunter leiden, denn bei einem ohnehin schon instabilen Kartenhaus, reicht ein Lüfterl um es umzublasen, Angela Merkel hat vor 2 Wochen bereits darauf aufmerksam gemacht, dass man sich in ganz Europa auf "härtere Zeiten einstellen" wird müssen (Politiker untertreiben zumeist) und wenn wir die italienische Krot auch noch schlucken müssen, wird sie uns wohl im Hals stecken bleiben. Mit anderen Worten der Sturm kommt.
Und wer hinsah, wusste es seit mindestens zwei Jahren. Aber wer es sagte war ein Defätist. Und man hat Zeit und Möglichkeiten durch permanente Entwarnungen und Pfeifen im Walde verschleudert.
Und wie gesagt, ohne die Sache schlechtreden zu wollen bin ich der Meinung, dass man auch in Österreich der Bevölkerung endlich deutlich sagen sollte, dass es eng wwerden könnte und beginnen, die Abstützung derer ganz unten vorzubereiten, sonst wird uns auch noch das politische System kippen und dann Gnade uns Gott.

Dummköpfe -und ich hoffe unsere Verantwortlichen sind das nicht -zeichnen sich nämlich grundsätzlich durch einen Satz aus: "Es wird schon nichts passieren."
Wenn das worst-case-Szenario nicht eintritt umso besser, aber wen der Tiger mit heruntergelassenen Hosen erwischt, der kann nicht rennen.

Nudlsupp melden

Guten Tag Higgs, natürlich werde ich gerne von Ihnen bewundert. :-)

Aber Spass beiseite. Ich gebe Ihnen über weite Strecken recht, fraglich ist vermutlich nicht mehr ob es zum großen Knall kommt, sondern wo es weiter geht. Meine heissesten Kandiaten, Italien und ggf. bald auch Frankreich.

Aber selbst dies sehe ich, abgesehen von kurzfristigen Turbulenzen, nicht als negativ, sondern als den einzigen richtigen Schritt.

Es ist nun mal Fakt, daß jeder Euro an Verbindlichkeit auch irgendwo als Guthaben gebucht. Im Fall Österreich heißt dies, bei ca. 230 MRD Staatsschulden, daß uns diese wer geliehen hat, der über dieses Geld verfügt. Im Zuge dieses gigantischen Umverteilungsmechanismus wird der breiten Mittelschicht über Mehrwertsteuer, Einkommenssteuer etc. erheblich Vermögen entzogen, um es über Zinsen an diese Investoren auszureichen.

Es gibt interessante Statistiken und Grafiken die eindrucksvoll belegen, daß die Vermögen der Superreichen, direkt proportional mit den Staatsschulden steigen.

Aktuelles Beispiel Griechenland, auch wir Österreicher gehen erhebliche Verpflichtungen ein, aus welchen Gründen auch immer, aber dieses Geld steht ja nicht mal den Griechen zur Verfügung, sondern wiederum nur jenen, die es ihnen geliehen haben. Wir haben hier also wiederum nur eine gigantische Umverteilung. U.A. der österr. Steuerzahler begünstigt internationale Fonds und Großbanken, damit diese von Verlusten schadlos gehalten werden. Und dies kann auf Dauer nicht gut gehen.

Die Einkommensschere geht auch hier immer weiter auseinander, das Vermögen ist immer ungerechter verteilt, ich bewundere jeden erfolgreichen Unternehmer der es zu Wohlstand und Reichtum bringt, sehe aber großes Konfliktpotential wenn wir es zulassen, daß sich die Schere immer weiter öffnet, und die ohnehin schon Armen dieser Gesellschaft, die tlw. nicht mal mehr durch das Erwerbseinkommen ihren Lebensunterhalt bestreiten können, auf Kosten dieser Spekulanten noch ärmer werden.



melden

Dann sind wir uns ja weitgehend einig, allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass Sie Verteilungsfragen primär stellen während ich meine, die primäre Frage müsste sein, was man aus Wirtschaftsinteressen überhaupt tun darf.Denn wenn alles verbraucht und ruiniert ist brauchen wir gar nicht mehr darüber zu diskutieren,wie wir es aufteilen.
Das eigentliche Problem ist mE. ja, dass das Wirtschaftliche immer weiter ins Virtuelle kippt, Werte aus dem Nichts entstehen und ins Nichts verschwinden und dass das dummerweise echte Auswirkungen aufs konkrete Leben hat. Und dass in den meisten Köpfen das schon als realer gilt als ein Stückchen Erde oder ein Bissen Brot, dass also das de facto Abreißen ganzer Evolutionszweige weniger aufregt als das Zurückgehen eines ohnehin theoretisch wie praktisch nicht möglichen unbegrenzten Wachstums in einem begrenzen System.
Und weiter am Altar einer verqueren Ersatzreligion zu beten und ein paar Steuern drüberzustreuen ist nicht einmal Kosmetik. Eine Rationalitätsdiskussion wäre angesagt, aber dazu mangelt es allseitig an Mut. Und so wird hier eine Wirklichkeit zweiter Ordnung weiterhin die realen Lebensgrundlagen verbrennen, denn Glaube versetzt vielleicht Berge aber er macht auch Gehirne weich.

Nudlsupp melden

Ich finde dieses Thema Geld, die Virtualität des Geldes, und wie Sie so treffend formuliert haben, die Auswirkungen aufs reale Leben als eines spannendsten (auch eines der gefährlichsten) Themen überhaupt. Daß dies keine größeren Wellen schlägt, glaube ich, ist nur der Unwissenheit großer Teile der Bevölkerung geschuldet. Die Eliten werden wohl auch weiterhin alles daran setzen, daß die breite Masse ihr fehlinformiert bleibt, damit der Glaube an das Geld erhalten bleibt.

Insofern hätte ich mich sehr auf eine leidenschaftliche Diskussion hier mit Ihnen gefreut, diese Freude haben Sie mir allerdings mit Ihrem Beitrag genommen.

Dieser ist so treffend, und ich meine brilliant formuliert, daß dem nichts entgegen zu halten ist.

Wieso ich für 2013 weiterhin optimistisch bleibe?

Wir leben in einem gefestigten friedlichen Europa, der nun aktuell zu Ende gehende 70-80 Jahreszyklus wird hier also zu keinen allzu großen Verwerfungen führen,wie dies bspw. in den 1920er Jahren war, die letztendlich zu einer Neuzeichnung der europäischen Landkarten geführt haben.

Beim Reset in Schilling, Nordeuro, Gulden, Taler oder wie er immer heißen mag, sind wir erste Reihe fußfrei, mit allen Chancen und Möglichkeiten. Und den nächsten Kollaps des Zinsgeldsystems werden wir nicht mehr miterleben. :-)

melden

Danke und bleiben Sie optimistisch .Es ist auch wichtig, dass es solche Menschen gibt.
Was mich selbst betrifft werde ich, solange wirtschaftliche Fragen über Umweltfragen stehen, weiterhin Hobbykassandra spielen.
Denn eines ist unbestritten: den Menschen und seine Wirtschaft braucht die Biosphäre nicht, umgkehrt schauts anders aus. Und wenn Letztere verschwindet gibts Ersteres auch nicht mehr.

Nudlsupp melden

Wie sagte schon Einstein? Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren...

Dieses Zitat ist wohl in vielerlei Hinsicht anwendbar..... Ich hoffe nach wie vor, daß die Biospähre mich überlebt :-)

melden

das wird sie wahrscheinlich;-)
Ich hoffe nur, sie haben keine Kinder und Enkel, denn eines ist sicher, die nächsten Generationen werden uns mit einer Inbrunst verfluchen, wie man sie kein zweites Mal finden wird.

Rückblick ist Vergangenheitsbewältigung also sehen wir in die Zukunft, was auf uns zukommen wird, wovon die Machthaber längst Bescheid wissen. Das Volk wird bewusst von manchen Informationen fern gehalten.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/511632_VORSCHAU-2013.html

Seite 1 von 1