Jährlich rund 7.500 Hinrichtungen in China: Aussetzung zumindest bis Olympia gefordert

Todeskandidaten bekommen keinen fairen Prozess Würden zu Geständnissen durch Folter gezwungen

In China werden nach Schätzungen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) jährlich etwa 7.500 Menschen hingerichtet. Die chinesischen Behörden vollzögen die Todesstrafe öfter als alle anderen Länder der Welt zusammen, kritisierte die Organisation am Montag in New York. Sie forderte die Regierung in Peking auf, zumindest bis zu den Olympischen Spielen 2008 alle Hinrichtungen auszusetzen und die Gerichts- und Berufungsverfahren zu verbessern.

"Wegen struktureller Defizite bei den Gerichtsverfahren in China bekommt kein Todeskandidat einen fairen Prozess, der internationalen Standards entspricht", erklärte HRW-Asien-Direktor Brad Adams. Die Regierung habe zwar erklärt, dass die Zahl der Vollstreckungen zurückgegangen sei, dies sei jedoch kein Ersatz für Transparenz, faire Verfahren und eine angemessene Verteidigung. Zudem würden viele Gefangene aufgrund von Geständnissen hingerichtet, zu denen sie unter Folter gezwungen worden seien.

(apa/red)