"Jabulani" ist für WM-Endrunde gerüstet:
Soll rundester Spielball der Geschichte sein

Spieler schon jetzt von ihrem Spielzeug begeistert Der Ball in elf Farben besteht aus acht 3D-Platten

"Jabulani" ist für WM-Endrunde gerüstet:
Soll rundester Spielball der Geschichte sein © Bild: APA/EPA/Bothma

Der offizielle Spielball der Fußball-WM-Endrunde in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) heißt "Jabulani". Zum bereits elften Mal in Folge hat sich adidas für die Entwicklung des in Asien hergestellten Spielgeräts verantwortlich gezeigt. Dem deutschen Sportartikelhersteller nach soll es der rundeste WM-Ball der Geschichte sein.

Der Name stammt aus dem Sprachgut der Zulus und bedeutet übersetzt "feiern" oder "zelebrieren". Das Design mit elf verschiedenen Farben, stellvertretend für die elf offiziellen Sprachen Südafrikas und die elf südafrikanischen Stämme, wird als Symbol für die Vielfältigkeit des afrikanischen Geists gesehen. Vier triangelförmige Designelemente auf weißem Hintergrund geben dem Ball ein einzigartiges Erscheinungsbild mit afrikanischem Spirit.

"Grip'n'Groove"
Die neu entwickelte Außenhaut des Balls ("Grip'n'Groove"-Struktur) mit nur acht zusammengeschweißten und erstmals kugelförmig geformten 3D-Platten soll ein stabiles Flugverhalten und eine perfekte Griffigkeit bei allen Bedingungen erlauben. Die "Grip'n'Groove"-Profilkreise winden sich aerodynamisch um den gesamten Ball und die integrierten Rillen sollen bisher unerreichte Flugeigenschaften ermöglichen. "Wir haben einen Ball entworfen, der klein und schwer ist und maximale Genauigkeit, perfekten Grip und außergewöhnlich stabiles Flugverhalten ermöglicht", sagte Thomas Van Schaik, adidas-Chef für Öffentlichkeitsarbeit.

Beckham: "Würdiger WM-Ball"
Die ersten Eindrücke der Spieler waren jedenfalls sehr positiv. "Ich finde den Ball großartig. Seine Flugeigenschaften, die Präzision und auch das Design des Balles sind perfekt. Das ist wirklich ein würdiger WM-Ball", sagte Englands bei der WM wegen eines Achillessehnenrisses fehlender Teamspieler David Beckham, der einige Monate vor seiner Verletzung bereits mit dem neuen Ball trainiert hatte. Selbst die besten Spieler der Welt bräuchten Hilfe bei der Ballkontrolle. "Und dieser Ball hilft uns", betonte Beckham.

Für Chelsea-Mittelfeldspieler Frank Lampard ist es ein "sehr starker Ball, ein authentisches Schussgefühl". Michael Ballack findet den "Jabulani" einfach fantastisch. "Der Ball macht genau das, was ich will", lobte der deutsche Teamkapitän. Und sein Chelsea-Teamkollege und Tormann Petr Cech fügte noch hinzu: "Man kann die Energie auf sich zukommen spüren wie einen Schuss."

Millionen-Bestseller
Fast vier Jahre hat das Entwicklungsteam in das Projekt "Jabulani" gesteckt. Zunächst sei der Ball unter härtesten Laborbedingungen, danach von Profis auf dem Spielfeld getestet worden. Die Partner Bayern München, AC Milan, Orlando Pirates und Ajax Cape Town haben den Ball schon im Jahr 2008 einer Probe unterzogen. Trotz der Wirtschaftskrise soll der 119,95 Euro teure "Jabulani" zum Millionen-Bestseller werden. Die bisherige Rekordmarke hält der "Teamgeist" von der WM 2006 mit 15 Millionen verkauften Exemplaren. Der "Fevernova" (WM 2002) und der "Roteiro" (EM 2004) wurden je sechs Millionen Mal abgesetzt.

Die Präsentation des WM-Balles war bereits im Rahmen der Endrunden-Auslosung am 4. Dezember im Beisein von FIFA-Präsident Joseph Blatter, Franz Beckenbauer und Beckham in Kapstadt über die Bühne gegangen. "Ein Ball kann die Welt nicht verändern, aber er kann die Botschaft der Hoffnung transportieren", sagte Blatter bei der Vorstellung. Der Ball war beim deutschen Ligaspiel Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach am Tag der Auslosung erstmals eingesetzt worden.

Seit dem ersten adidas-WM-Ball, dem "Telstar" 1970 (und 1974), der noch aus 32 speziellen weiß-schwarzen Lederplatten bestand, hat sich in der Entwicklung über die Jahre hinweg ("Tango" 1978 und 1982, "Azteca" 1986, "Etrusco" 1990, "Questra" 1994, "Tricolore" 1998, "Fevernova" 2002 und "Teamgeist" 2006) viel getan. Mit dem neuen Spielgerät soll auch die Ära des kontroversen Flatterballs zu Ende gehen, die durch den "Roteiro" bei der EM 2004 in Portugal eingeleitet wurde. Bei der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz war der "Europass" im Einsatz gewesen.

(apa/red)